Jüchen: Das Reparaturcafé ist ins Haus Katz umgezogen

Seniorennetzwerk 55plus und Caritas : Umzug lohnt sich fürs Reparatur-Café

Schon beim ersten Termin hat sich der Umzug für das Reparatur-Café bewährt. Es ist jetzt zentral in Haus Katz zu erreichen. Jeden ersten Donnerstag im Monat ist es geöffnet.

Im Flüchtlingszentrum an der Jülicher Straße hat sich das Reparatur-Café des Seniorennetzwerks 55plus und der Caritas nie so richtig etablieren können. Zu weit abseits vom Stadtzentrum gelegen, „hinter der Eisenbahnbrücke kommt da überhaupt noch etwas?“, hatten sich Besucher gewundert, die nur mit zusätzlichen Hinweisen das Reparatur-Café gefunden hatten. Außerdem gibt es an der Flüchtlingsunterkunft nur wenige Parkplätze. Deshalb lag ein Umzug an eine zentralere Stelle, die leichter zu finden ist und wo es mehr Parkplätze gibt, auf der Hand.

Schon beim ersten Termin im neuen Domizil im Haus Katz bewährte sich der Umzug: 13 Männer und Frauen brachten defekte Gerätschaften vorbei, die von den ehrenamtlichen Tüftlern tatsächlich auch zu einem großen Teil repariert werden konnten. So gut war der Besuch bislang selten bei einem einzigen Termin. Und als vorteilhaft erwies sich auch die Tatsache, dass sich die „Reparatur-Werkstatt“ jetzt in einem gemeinsamen Raum mit dem Wartebereich und Café befindet: Das fördere die Kommunikation, stellte DRK-Sozialarbeiterin Anja Peltzer gleich beim ersten Termin fest. Und sie meinte: „Wir überlegen jetzt schon, ob wir für die Treffen eine dritten Kuchen backen sollen.“

Die (bisher) einzige Frau in der ehrenamtlichen Mitarbeiterrunde des Reparatur-Cafés ist Rosemarie Erdmann, die für Kaffee und Kuchen sorgt. An dem neuen Standort im Haus Katz gefällt ihr auch die Kooperation mit dem Faitrade-Laden, der eigens zur gleichen Zeit mit dem Café seinen Verkauf im Torbogen von Haus Katz öffne.

Das Ehepaar Helena und Hans-Dieter Hahn gehörten zu den Besuchern, die nicht nur das neue Domizil aufsuchten, sondern generell zum ersten Mal das Reparatur-Café in Anspruch nahmen. Sie sind beide feste Mitarbeiter im Seniorennetzwerk 55plus und trafen bei Kaffee und Kuchen sofort auf Gesprächspartner. „So nebenbei“ erfuhr Hans-Dieter Hahn dann auch noch, welches Ersatzteil er für das mitgebrachte defekte Gerät besorgen kann, damit es wieder „rund läuft“. Peter Weckop, der für die Auftragsannahme“ und - Dokumentation im Reparatur-Café zuständig ist, weiß zu berichten: „Unsere Tüfftler können in der Regel bis zu 70 Prozent der Geräte reparieren, die uns gebracht werden. Manchmal hilft es den Besitzern aber schon, wenn sie die Diagnose bekommen, was kaputt ist und wofür sie Ersatzteile beschaffen können.“

Die Tüftler des Reparatur-Cafés sind allesamt erfahrene Techniker und Handwerker, die ihre jahrzehntelang gesammelte Berufserfahrung jetzt als Rentner ehrenamtlich und für die Nutzer kostenfrei einbringen. „Es ist auch schön zu sehen, dass man noch gebraucht wird und noch helfen kann“, sagen die Reparatur-Experten einhellig über die Selbstbestätigung, die sie so jeden ersten Donnerstag im Monat erfahren. Da im neuen Domizil nun mit anhaltend mehr Zulauf zu rechnen ist, sucht das Seniorennetzwerk übrigens auch noch weitere Tüfftler, Bastler, pensionierte Techniker und Handwerker, die mit ihrem Geschick dazu beitragen möchten, dass nicht mehr so viel Geräte weggeworfen und der (Sonder)-Müllberg damit nicht noch weiter angehäuft wird.

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