Jüchen blickt auf das erste Jahr als Deutschlands jüngste Stadt zurück

Ein Jahr Stadt Jüchen : Stolz auf die jüngste Stadt in Deutschland

Einen Stillstand, weil sich mit den neuen Ämtern und Aufgaben alles gut eingespielt hat, soll es 2020 auf keinen Fall geben.

Ein Jahr jung ist die Stadt Jüchen am 1. Januar geworden. „Wir sind immer noch die jüngste Stadt in Deutschland, und wir sind stolz darauf“, sagt Bürgermeister Harald Zillikens. Nur ganz selten habe er sich in der Anfangszeit noch versprochen oder verschrieben. Im Gegenteil: „Vielen war auch die Freude anzumerken, nicht mehr Gemeinde Jüchen zu sein.“ Und die Aufbruchstimmung habe sich gehalten: „Wenn man Stadt Jüchen sagen kann, dann ändert das auch das Image und es bringt ein ganz anderes Selbstbewusstsein mit sich“, beobachtet der Bürgermeister.

Das Wahljahr hat begonnen Einen Stillstand, weil sich mittlerweile mit den neuen Ämtern und Aufgaben alles so gut eingespielt hat, soll es aber 2020 auf keinen Fall geben: Diese Devise lebt Zillikens vor mit einer 70- bis 80-Stunden-Woche. „Mehr geht eigentlich nicht“, gibt er zu. Dennoch wird vor der Kommunalwahl der Wahlkampf für ihn noch „obendrauf“ kommen. „Am Ball bleiben“, sich überall zeigen und auf die besondere Situation in Jüchen hinweisen, will Zillikens auch 2020 in allen Gremien für den Strukturwandel.

Den Strukturwandel im Fokus „Das kostet viel Zeit, ist aber unerlässlich, denn der Strukturwandel wird unser wichtigster Schwerpunkt für die nächsten Jahre“, betont der Bürgermeister. Dabei habe er die große Sorge, dass Jüchen wegen der verzögerten Auffüllung des Restloches und des noch aktiven Tagebaus auf dem Stadtgebiet den Anschluss verpassen und damit die Frist für die Strukturförderung überschreiten könnte. Allerdings werde Jüchen drei Projektideen zum Strukturwandel bei der Zukunftsagentur Rheinisches Revier (ZRR) einbringen, kündigt Zillikens noch kryptisch an. Über den Inhalt der Projekte solle zuerst die Politik informiert werden.

Stadt muss Kitas bauen Aber auch innerstädtisch steht Jüchen im neuen Jahr vor großen Herausforderungen, nicht nur im anstehenden Bau des Feuerwehrgerätehauses in Hochneukirch. Sehr konkret ist laut Zillikens auch die Notwendigkeit, einen neuen Kindergarten für fünf Gruppen in Hochneukirch zu bauen, obwohl der Kita-Anbau mit zwei Gruppen in Otzenrath im Sommer eröffnen soll. Als Standort für die neue Kita sei der Tennenplatz an der Peter-Busch-Straße favorisiert, ein Grundstück, das in Besitz der Stadt ist: „Der Förderantrag ist schon gestellt und das Bodengutachten liegt vor“, berichtet Zillikens, der mit Investitionskosten von etwa vier Millionen Euro für das Projekt rechnet.

Investitionen in die Schulbauten Ein weiteres ganz großes Thema wird laut Zillikens im neuen Jahr die Schullandschaft, wofür eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben worden ist. Die Ergebnisse sollen im ersten Quartal im Fachausschuss vorgestellt und beraten werden. Von der Planung bis zum Bauen könne sich die Zeit aber dann enorm hinziehen, wenn der Regionalplan noch geändert werden müsse. Damit zielt Zillikens auf den bereits von der FDP veröffentlichten Vorschlag, neben der Zusammenlegung beider Gesamtschulstandorte im Schulzentrum quasi gegenüber auf der grünen Wiese an der Stadionstraße einen Neubau für die Grundschule Jüchen zu errichten. „Und hinter dem Schulzentrum fängt das Landschaftsschutzgebiet an, da können wir auch nicht bauen“, verdeutlicht der Bürgermeister.

Neue Ämter und mehr Personal Das Thema Bauen hat die Verwaltung auch im ersten Jahr als Stadt hinlänglich beschäftigt. Denn mit der Personalausweitung um acht Mitarbeiter waren bekanntlich auch die Übernahme der Wohnraumüberwachung, der Bauaufsicht sowie die Erteilung von Baugenehmigungen nicht nur für Jüchen, sondern auch für Rommerskirchen mit verbunden. Das vom Kreis übernommene Team habe sich aber gut integriert: „Unsere Fallzahlen und damit auch die Einnahmen haben sich erhöht, und wir haben die Qualität beibehalten können“, freut sich das Stadtoberhaupt. Erfolgreich sei auch die Übernahme der Verkehrslenkung verlaufen. Eine erfahrene Verkehrsingenieurin, die von der Stadt Grevenbroich nach Jüchen gewechselt sei, habe zum Beispiel die gesamte Verkehrslenkung für die Großereignisse wie die Classic Days und den Weihnachtsmarkt auf Schloss Dyck geleistet. Zillikens bilanziert: „Die Umstellungen im Rathaus sind geräuschlos verlaufen.“