Jüchen: Jüchen baut Kindergärten um

Jüchen: Jüchen baut Kindergärten um

Neue Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren sollen bis 2013 in der Gemeinde Jüchen entstehen. 110 Plätze gibt es, 66 sollen hinzukommen. Dazu sollen Kindergartengruppen umgewandelt werden. Über den Bedarfsplan für Kindertagesseinrichtungen berät heute der Schulausschuss.

Die Gemeinde Jüchen muss bis zum Jahr 2013 mehr Betreuungsplätze für Kinder unter drei Jahren schaffen. Da für die U-3-Betreuung Schlafräume und Wickeltische benötigt werden, müssen Kindergartengruppen aus- oder umgebaut werden.

89 Plätze für Kinder unter drei Jahren gibt es in Jüchen bereits, weitere 21 Kleinkinder werden durch Tagesmütter betreut. Damit sind gut 20 Prozent der Kinder unter drei Jahren versorgt. Bis zum Jahr 2013 sollen 176 U-3-Plätze geschaffen werden, also 66 neue Plätze hinzukommen. Dann wären rund 25 Prozent der Kinder unter drei Jahren versorgt. Um das Ausbauziel zu erreichen, fehlen dann jedoch immer noch 38 Plätze in der Gemeinde.

Anbauen und Formen ändern

"Ich denke, dass wir das Ziel erreichen werden", sagt Hermann-Josef Zohren, Leiter der Abteilung Kindertagesbetreuung und Kindertagespflege beim Jugendamt des Rhein-Kreises Neuss. "In drei Kitas werden wir anbauen müssen. Die restlichen Plätze schaffen wir, indem wir die Gruppenformen ändern", erzählt Zohren weiter.

In Jüchen gibt es derzeit zehn Kindergärten mit 586 Plätzen. Rund 97 Prozent der Kinder erhalten in diesem Jahr einen Platz. 2011 steigt die Versorgungsquote auf über 100 Prozent. Grund dafür sind die sinkenden Geburtenraten, die sich in den nächsten zwei Jahren um 71 Kinder reduziert. Das macht einen Rückgang von 12,75 Prozent im Vergleich zum Kindergartenjahr 2009/10.

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"Der Geburtenrückgang schafft Platz für Kinder unter drei Jahren. Wir haben dadurch die Möglichkeit, Gruppen umzuwandeln", erläutert Zohren. 13 Gruppen sind bereits zu kleinen altersgemischten Gruppen oder Kindertagesstättengruppen für zwei bis sechsjährige umgewandelt worden. Zum 1. August sollen vier weitere Gruppen für Kinder ab zwei Jahren und eine altersgemischte Gruppe umgebaut werden. Dann gäbe es in jeder Kindertageseinrichtung ein Angebot für Kinder.

Auch das neue Schulrechtsänderungsgesetz, das besagt, dass Kinder vorzeitig eingeschult werden können, sei für die sinkende Zahl der Kindergartenkinder mitverantwortlich. 14 Prozent der Kindergartenkinder machten davon Gebrauch. Allerdings rechnen die Planer mit bis zu 40 weiteren Kindern aus den Neubaugebieten in Jüchen und Bedburdyck.

"Noch ist Jüchen gut versorgt", sagt Georg Krahwinkel, Fachbereichsleiter Schulen. Die zu erwartenden Kinder aus den Neubaugebieten könnten problemlos in die bestehenden Kindertageseinrichtungen integriert werden. Problematisch könnte es jedoch 2013 werden. "Wenn der Bedarf nach U-3-Betreuungsplätzen weiter steigt, müssen wir etwas tun", sagt Krahwinkel. "Wir müssen gegebenenfalls neue Räumlichkeiten schaffen."

"Der Gemeindekindergarten in der Rektor-Thoma-Straße soll um eine zweite kleine altersgemischte Gruppe erweitert werden", erzählt Krahwinkel. Der Bauantrag sei bereits gestellt. Die Baumaßnahme solle nach ersten Schätzungen rund 230 000 Euro kosten.

144 000 Euro gebe der Landschaftsverband Rheinland als Zuschuss. Den Rest müsse die Gemeinde selbst tragen. Im Gemeindekindergarten Bachstraße sollen die Umbauarbeiten noch vor den Osterferien abgeschlossen sein. 2011 solle auch in Kelzenberg eine kleine altersgemischte Gruppe entstehen.

(RP)