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Jüchen: Bauarbeiten an St. Pantaleon

Bauarbeiten in St. Pantaleon Hochneukirch : Unter dem Dach ist auf dem Dach

Die Sanierung des Daches der Katholischen Kirche „St. Pantaleon“ in Hochneukirch ist in vollem Gange. Die Bauarbeiten an dem 1,9 Millionen Euro teuren Projekt sollen in etwa einem Jahr abgeschlossen sein.

Die Bauarbeiter, die das Dach der Kirche St. Pantaleon sanieren, müssen schwindelfrei sein. In spektakulärer Höhe von bis zu 30 Metern wird ein neuer Dachstuhl für das Gotteshaus errichtet. „Es ist eine absolute Ausnahme, dass ein Dachstuhl komplett neu gebaut wird“, sagt Mathias Paulssen, der leitende Architekt des Projektes. Normalerweise seien weniger aufwändige Maßnahmen ausreichend, doch im Falle der Hochneukircher Kirche hätte dieses Mal mehr riskiert werden müssen.

Denn die vor knapp 150 Jahren erbaute Kirche St. Pantaleon hatte von Beginn immer wieder mit Mängeln hinsichtlich der Stabilität des Gebäudes zu kämpfen. Allein nach dem Krieg wurden etwa eine Million Mark in den Dachstuhl investiert, da dieser das Gebäude immer weiter auseinander drückte. Als nun vor vier Jahren erneut gehandelt werden musste, weil Wasser über den Dachstuhl in die Kirche eindrang, entschloss sich die Pfarrgemeinde, dem ständigen Problem ein für alle Mal ein Ende zu setzen.

 Pfarrer Franz-Karl Bohnen ist zuversichtlich, dass das neue Dach planmäßig fertig sein wird.
Pfarrer Franz-Karl Bohnen ist zuversichtlich, dass das neue Dach planmäßig fertig sein wird. Foto: Markus Rick (rick)

Dafür muss die Katholische Kirche einiges an Geld aufbringen. Knapp zwei Millionen Euro kostet die Sanierung. 70 Prozent des Betrages übernimmt das Bistum Aachen, die restlichen 30 Prozent muss die Pfarrgemeinde selbst beisteuern. „Wir haben viele Spenden erhalten“, erzählt Franz-Karl Bohnen, Pfarrer der Pfarrgemeinde St. Pantaleon. Auch Benefiz-Konzerte hätten Geld zur Finanzierung des Projekts in die Kasse gespielt.

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Kurz nach Ostern dieses Jahres wurde die Kirche für die Bauarbeiten geschlossen. Ein aufwendiges, provisorisches Dach ist über St. Pantaleon errichtet worden, damit die Handwerker ungehindert arbeiten können. Mittlerweile sind die Zimmerarbeiten am Dachstuhl fertig. „Wir liegen gut im Zeitplan“, sagt Mathias Paulssen. Laut dem Aachener Architekt könnte das provisorische Dach bereits vor dem Winter entfernt werden. „Wenn es weiterhin nach Plan läuft, sind alle Arbeiten im Herbst nächsten Jahres abgeschlossen“. Auch für den Architekten ist die Arbeit am St. Pantaleon etwas ganz Besonderes: „So etwas haben wir vorher auch noch nicht gemacht.“

Auch der Vierungsturm soll erneuert werden. „Der alte Turm war leider nicht mehr zu gebrauchen“, berichtet Hubert Wallrafen, der zuständige Statiker. Angefertigt wird der neue Turm von der Firma Starmanns aus Aachen, die auch den Dachstuhl gezimmert hat. „Es ist auch für uns eine große Herausforderung, aber so ein Projekt macht man nur einmal im Leben“, erzählt Maximilian Starmanns, der leitende Zimmermann. Bei all den Arbeiten auf der Kirche darf nicht vergessen werden, auch im Inneren des Gebäudes ab und zu Mal nach dem Rechten zu sehen. „Gerade für die Orgel und die Kunstgegenstände ist es wichtig, dass die Heizung funktioniert“, erklärt Franz-Karl Bohnen. Wenn das Gebäude von innen auskühlt, könnten diese Gegenstände Schaden nehmen. „Zum Glück ist in der Kirche aber nichts passiert.“

Selbstverständlich achten die Hochneukircher Bürger genau darauf, was mit ihrer Kirche geschieht. „Immer wieder sprechen uns Leute an und fragen, wie es mit den Arbeiten voran geht“, erzählt Pfarrer Bohnen. Bis in der Kirche wieder Messen gelesen werden können, finden die Gottesdienste aktuell im benachbarten Thomas-Morus-Haus statt.