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Jüchen: Ab 1. Januar 2019 ist Jüchen eine Stadt

Jüchen im Rhein-Kreis Neuss : Als Gemeinde einschlafen, als Stadt aufwachen

Eine bessere Außendarstellung erhofft sich die Gemeinde Jüchen, wenn sie vom 1. Januar an Stadt ist. Studenten gaben den Anstoß dazu. Zu einem Festakt im Januar werden gleich zwei Minister erwartet.

Nordrhein-Westfalen hat mit dem Jahreswechsel eine Stadt mehr. Die Gemeinde Jüchen im Rhein-Kreis Neuss wird am 1. Januar zur Stadt Jüchen. Der Jahreswechsel sei für Jüchen ein „historischer Moment“, sagte Bürgermeister Harald Zillikens (CDU). Grundlage ist die NRW-Gemeindeordnung, die es Kommunen ab einer Einwohnerzahl von 20.000 erlaubt, auf Antrag zu einer mittleren kreisangehörigen Stadt zu werden. Jüchen hat derzeit rund 23.700 Einwohner.

Zu einem Festakt am 17. Januar werden Heimatministerin Ina Scharrenbach und Finanzminister Lutz Lienenkämper (beide CDU) erwartet. Von den 396 Kommunen Nordrhein-Westfalens waren zuletzt 129 mittlere kreisangehörige Städte.

Studenten der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW in Köln hatten nach Angaben von Zillikens den Anstoß für den Antrag gegeben. Sie hätten bei einer Befragung herausgefunden, dass viele Unternehmen es aus Marketinggründen bedauerten, dass Jüchen keine Stadt sei. Bei der entscheidenden Abstimmung im Rat im Dezember 2016 habe es dann nur eine Gegenstimme gegeben. Nach der Genehmigung durch das NRW-Heimatministerium habe die Stadt anschließend noch ein Jahr Karenzzeit für die Vorbereitung gehabt.

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Änderungen gibt es vor allem in der Verwaltung: Mit der Stadtwerdung übernimmt Jüchen vom Kreis die Bauaufsicht, die Verkehrslenkung und die Wohnraumüberwachung. Mehr Geld vom Land gibt es nicht. Der Bürgermeister rechnet aber mit Mehreinnahmen durch Gebühren für Baugenehmigungen. Einmalkosten gebe es durch neue Stempel, Dienstsiegel und Ortseingangstafeln.

Die Ursprünge des Namens „Jüchen“ könnten laut Stadtverwaltung in der Villa des Römers Jucundus liegen. Der Ort Jüchen wurde dann im Jahre 866 erstmals erwähnt. Auf dem Stadtgebiet liegt unter anderem das Wasserschloss Dyck, das Schauplatz des regelmäßig stattfindenden Oldtimer-Treffens „Classic Days“ ist. Von den rund 72 Quadratkilometern Stadtgebiet entfallen rund 25 auf den Braunkohletagebau Garzweiler.

(siev/dpa)