Jüchen: 80 Feuerwehrleute bekämpfen Silobrand in Jüchen

Silobrand in Jüchen : Explosion wäre der Gau gewesen

In einem vierstündigen Einsatz haben 80 Feuerwehrleute bis Dienstagmorgen den Brand im Silo in Jüchen unter Kontrolle gebracht.

Ganz nah an der Katastrophe vorbei hat die Feuerwehr Jüchen den Brand des Silos an der Silostraße, der am Montagabend ausgebrochen war, unter Kontrolle bringen und löschen können. Die Getreidemassen in dem durch die heißen Tagestemperaturen regelrecht aufgeladenen Silo hätten laut Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels auch regelrecht explodieren können: „Wenn im Silo nicht ein Schwelbrand, sondern ein regelrechter Vollbrand entstanden wäre, dann hätte das den Super-Gau bedeutet. Wir hätten dann auch die benachbarte Bahnlinie und die Autobahn sperren müssen“, sagte Abels am Dienstagmorgen nach einer langen Einsatznacht. Denn erst gegen 2 Uhr Dienstag früh seien die letzten Arbeiten an den in die Wache zurückgekehrten Fahrzeugen und an der Ausrüstung beendet worden.

Bei Sirenenalarm mussten fast alle Löschzüge an die Silostraße zur Brandbekämpfung bis in die Morgenstunden ausrücken. Foto: Feuerwehr Jüchen

Wegen der großen Gefahr hatte Abels bei der Alarmierung am Montagabend sofort Vollalarm auslösen lassen, so dass alle Sirenen auf Jüchener Gemeindegebiet zu hören waren. Mit insgesamt 80 Freiwilligen Feuerwehrleuten, darunter auch fünf Frauen, wurde dann in einem vierstündigen Einsatz der Brand in dem Getreidesilo bekämpft. Ausgelöst wurden die Glutnester laut Abels durch den Aufzug des Silos, der im elften Stock in 50 Meter Höhe heiß gelaufen war. Als dies fest stand, bestellte der Feuerwehrchef vorsorglich zur Unterstützung den 80 Meter hohen Teleskopstangenwagen der RWE-Kraftwerksfeuerwehr aus Neurath, die aber dann vor Ort nicht mehr benötigt wurde.

Mit zum Einsatzort bestellte Abels auch einen Rettungswagen für den Fall, dass Feuerwehrleute selbst bei dem schwierigen und körperlich anstrengenden Einsatz zu Schaden gekommen wären. „Unsere Atemschutztrupps mussten in dem Silo bei 60 Grad arbeiten. Ich habe sie daher alle 15 Minuten auswechseln lassen, und wir haben immer genug Wasser ins Silo geschickt, damit meine Leute nicht dehydrierten“, berichtet Abbels. Vor allem die zwölf Feuerwehrmänner- und -frauen, die unter Atemschutz gearbeitet hätten, seien zwar zu Einsatzende vollständig geschafft gewesen, aber niemand habe medizinische Probleme gehabt: „Das zeigt, wie fit unsere Leute sind“, freut sich Abels.

So seien die Atemschutztrupps über die Treppe auf 50 Meter durch den undurchsichtigen Qualm gestiegen, um in der Hauptsache mit CO2-Rohren den Brand zu bekämpfen. Denn Wasser hätte das Getreide um ein Vielfaches aufquelen lassen, was dann eher kontraproduktiv für den Einsatz geworden wäre. Parallel dazu sei vom Keller aus nachgelöscht worden. Außerdem seien die ganze Zeit über Wärmebildkameras eingesetzt worden, um wirklich alle Glutnester zu erkennen und zu bekämpfen, berichtet Abels.

Probleme bereitete den Feuerwehrleuten zudem die Konstruktion dieses größten Silos in Jüchen. So habe die Feuerwehr mit den Wärmebildkameras auch immer die Aufzugskonstruktion im Auge behalten müssen, ob sich dort durch die Hitze keine Teile lösten und abzufallen drohten, schildert der Feuerwehrchef, für den und seine Leute dies der erste Silobrand in Jüchen war.

Beteiligt waren an dem Einsatz die Löschzüge Jüchen, Gierath, Hochneukirch, Kelzenberg und Waat. Auch der Kreisbrandmeister war mit vor Ort.. Hilfreich war es für die Feuerwehr, dass Angestellte aus dem Silo sofort auf den Brandherd im elften Stock des hohen Gebäudes hinweisen konnten. Die von Abels bestellte Drehleiter half allerdings in diesem Fall nicht weiter, da nur von innen gelöscht werden konnte. Bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr hatte der Betreiber des Silos mit seinen Mitarbeitern mit der Entleerung des gefüllten Siloturms begonnen und hierdurch vermutlich Schlimmeres verhindert, lobte ihn die Feuerwehr. Auch während des laufenden Einsatzes sei das Getreide noch weiter aus dem Silo geholt worden, um auch dieses von außen noch nach weiteren Glutnestern zu kontrollierten und abzulöschen. „Eine Gefahr für die Bevölkerung bestand nicht, niemand wurde verletzt“, bilanzierte der Feuerwehrchef am Schluss.