Jüchen: Jedes Kind soll ein Instrument erlernen

Jüchen: Jedes Kind soll ein Instrument erlernen

Die Verbundgrundschule Hochneukirch-Otzenrath hat den Zuschlag für das Landesförderprogramm "JeKits" (jeden Kind ein Instrument, Tanzen, Singen) erhalten. Im Schuljahr 2018/19 nehmen alle Zweitklässler kostenfrei daran teil.

Singen und damit die Grundbegriffe der Musik erlernen in Kooperation mit der Musikschule des Rhein-Kreise Neuss bereits alle Kinder der Lindenschule in Gierath und Stessen sowie in der Gemeinschaftsgrundschule Jüchen. Nach dem erfolgreichen Start der "Singpause", bei der Dozenten der Kreismusikschule in den Kooperationsschulen die Kinder zum Singen anleiten, ihr Gehör schulen und ihnen die Noten beibringen, wird bald in einem besonders geförderten Projekt auch Instrumentalunterricht für Grundschüler erteilt.

Denn auf Antrag von Bürgermeister Harald Zillikens hat die Verbund-Grundschule Hochneukirch-Otzenrath jetzt die Förderzusage für das Landesprogramm "JeKits" (Jedem Kind ein Instrument, Tanzen, Singen) erhalten. Das teilte Gemeindesprecher Norbert Wolf auf Redaktionsnachfrage mit. In den Grundschulen in Hochneukirch und Otzenrath werde in Kooperation mit der Musikschule des Rhein-Kreises Neuss in Kürze der Förderschwerpunkt Instrumente angeboten.

"JeKits" solle zum Schuljahr 2018/19 in das dortige Schulprogramm aufgenommen werden. Wolf informiert weiter: "Der Abschluss des erforderlichen Vertrages wird voraussichtlich im Juni erfolgen, sobald die Bezirksregierung dies freigegeben hat. Die weitere Planung wird nun zwischen der Musikschule und der Grundschule abgestimmt."

In den Genuss des Instrumentalunterrichtes werden in Hochneukirch und Otzenrath übrigens ausnahmslos alle (!) Kinder ab der zweiten Klasse gelangen. Denn das aus Landesmitteln geförderte Programm sieht vor, dass allen Kindern, "unabhängig von ihren persönlichen und sozio-ökonomischen Voraussetzungen der Zugang zu musikalischer Bildung eröffnet wird", heißt es in der Projektbeschreibung.

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So werden die Hochneukircher und Otzenrather Zweitklässler ab dem nächsten Schuljahr für die Eltern kostenfrei im ersten "JeKits-Jahr" eine verpflichtende Schulstunde im Klassenverband in Instrumentalkunde erhalten. Unterrichtet werden die Kinder im Tandem von einer Lehrkraft der Grundschule und einer Fachkraft der Kreismusikschule. Im ersten "JeKits"-Jahr geht es darum, den Kindern bestimmte (Einstiegs)-Instrumente vorzustellen und diese ausprobieren zu lassen. Ziel soll es sein, dass die Kinder ein von ihnen bevorzugtes Instrument auswählen, um dann im zweiten Jahr mit dem Unterricht zu beginnen.

Im zweiten Jahr werden dann ebenfalls an den beiden ausgewählten Grundschulen Kleingruppen für den Instrumentalunterricht gebildet. Im besten Fall kann sogar schon ein schuleigenes Orchester gegründet werden - so die Vorstellung des NRW-Bildungsministeriums, die auf Vorerfahrungen beruht. Denn das "JeKits"-Programm läuft bereits seit dem Schuljahr 2015/16. Bislang haben in unmittelbarer Nachbarschaft die Städte Grevenbroich und Neuss im laufenden Schuljahr teilgenommen. Neu ist in dem Programm jetzt die Erweiterung um die Angebote im Tanzunterricht, wobei allerdings in Hochneukirch und Otzenrath (zunächst) der Schwerpunkt auf die Instrumentalförderung gelegt werden soll.

Während das erste JeKits-Jahr kostenfrei ist, werden im zweiten Jahr allerdings Unterrichtsgebühren von 23 Euro pro Monat erhoben. Es gebe aber Beitragsbefreiungen und -ermäßigungen, damit wirklich alle Kinder auch am Unterricht im zweiten "JeKits"-Jahr teilnehmen können, wie die Leiterin der Kreismusikschule, Ruth Braun-Sauerwein, jüngst auch die Politiker im Jüchener Schul- und Jugendausschuss informierte.

Die Statuten für "JeKits" sehen dazu vor: "Kinder aus Familien, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe oder ähnliche Leistungen erhalten, werden auf Antrag von den Teilnahmebeiträgen befreit. Für Kinder, deren Eltern Wohngeld, Kinderzuschlag, Ausbildungshilfe oder Leistungen nach dem Asylbewerbergesetz erhalten, ist die Teilnahme auf Antrag ebenfalls kostenfrei. Nehmen zwei oder mehr Kinder einer Familie am Programm teil, zahlt jedes weitere Kind die Hälfte."

(NGZ)
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