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Jägerhof in Jüchen: Sogar Sojaöl ist aus eigenem Anbau

Hofläden in Jüchen : Sogar Sojaöl ist aus eigenem Anbau

Familie Steinfarz verkauft auf dem Jägerhof eigene Produkte oder von Partnern in der Nähe. Was mit einem „Eierbüdchen“ begann, hat sich mittlerweile zu einem Hofladen gemausert.

Idylle pur erleben die Kunden auf dem Jägerhof der Familie Steinfarz. Auf dem Gelände rund um den Hof leben Hühner in mobiler Freilandhaltung. Und was als „Eierbüdchen“ für den Verkauf begann, hat sich mittlerweile zum Hofladen gemausert – mit regionalen Produkten und im Selbstbedienungsmodus.

Der Jägerhof wurde 1856 als Vierkanthof erbaut. Mittlerweile lebt und arbeitet die sechste Generation der Familie Steinfarz auf dem Gelände, zu dem neben dem Hofladen auch mobile Hühnerhotels und die Pferdezucht gehören.

Elmar Steinfarz (35) steht am Tor und begrüßt die Kunden, die am späten Vormittag zum Eier- und Gemüsekauf vorbei kommen – der per Selbstbedienung läuft. Bezahlt wird mit passendem Bargeld oder mit Karte. „Das ist gerade in Coronazeiten sehr gut angekommen“, erzählt Steinfarz, der seit kurzem Chef des Jägerhofs ist. Vater Eugen ist weiter aktiv. Elmar Steinfarz’ Schwester Caroline führt den Pferdebetrieb, seine Frau Charlotte platziert die Waren im Hofladen und auf der Homepage. Das Paar hat zwei Töchter, Antonia (3) und Theresia (1).

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Im kleinen Laden mit der Holzfront findet der Kunde, wie Steinfarz erklärt, Produkte vom Hof oder von befreundeten Partnern im Umkreis von 15 Kilometern. Alles wirkt klein, aber fein. In Holzkisten präsentiert Steinfarz Soja- und Rapsöle aus eigenem Anbau – kalt gepresst. „Corona hat uns gut getan. Die Leute machen sich mehr Gedanken, wo sie was kaufen“, erzählt der 35-jährige. Im Eierbüdchen sei alles zu 100 Prozent lokal. Viele Partner sind Freunde oder Verwandte des studierten Landwirts. Schon kurz nach Eröffnung des Eierbüdchen merkte er: „Die Kunden wollen mehr“. Als Landwirt müsse man heute mehrere Standbeine haben.

So findet man im Shop neben Eiern auch Nudeln, von Lutz Briem gemacht, aus Eiern vom Hof. Und „Ben Andler, der die Kelzenberger Bäckerei führt, mahlt unser Getreide, das zum Brotbacken gekauft wird. Unter anderem Kirschen, Erdbeeren, Spargel, Kürbisse und Gurken kommen von Jüchener Höfen, Kartoffeln aus Wickrathberg. Das Soja stammt von Feldern nahe dem Hof und gilt nicht nur in der Tierfütterung als „Superfood“. Steinfarz setzte auf Eigenproduktion, als er eine Sojamühle erstand: „Soja hat so viele gute Eigenschaften und ist gesund“.

Ältere Kunden fühlen sich auf dem Hof an die Hühnerhaltung von früher erinnert. Familien kommen mit Kindern, die sehen wollen, wie die Hühner leben. „Viele wollen die Gewissheit haben, dass die Tiere glücklich sind. Nicht die Masse macht’s ,sondern die Qualität“, erklärt er. Zwei „Hühnerhotels“ stehen im Schatten der Bäume. „Die werden alle vier Wochen verstellt, so dass die Hühner immer im frischen Gras stehen. Insgesamt leben auf dem Hof 1600 Hühner.

Info Der Hofladen „Eierbüdchen“, am Jägerhof 1, 41363 Jüchen, ist von Montag bis Sonntag von 7 bis 22 Uhr geöffnet.