Bei den Niederländischen Meisterschaften Silbermedaille für Cheerleaderin aus Hochneukirch

Hochneukirch · Erst vor etwas mehr als zweieinhalb Jahren fing Hannah Schmeing mit Cheerleading an. Schon bei ihrem ersten Wettkampf, den Niederländischen Meisterschaften vor drei Wochen, gewann ihr Team Silber. Ihre Passion für den Sport, ihre Ziele – und wie alles angefangen hat.

Das Cheerleading-Team UCA Cheerleading Amsterdam gewinnt Silber bei den Niederländischen Meisterschaften 2024.

Das Cheerleading-Team UCA Cheerleading Amsterdam gewinnt Silber bei den Niederländischen Meisterschaften 2024.

Foto: Fred Bromberg

Vom Ausprobieren ohne Vorerfahrung zur Silbermedaille bei den Niederländischen Meisterschaften – und das in weniger als drei Jahren. Eine erstaunliche Leistungssteigerung, die die 21-jährige Studentin Hannah Schmeing mit ihrem Team UCA Cheerleading Amsterdam erreicht hat. Ein rasanter Aufstieg, der ganz simpel begann.

Aufgewachsen ist Hannah in Hochneukirch. Nach dem Abi zog sie ihr Studium im September 2022 ins Ausland – an die Uni in Maastricht. Zu diesem Zeitpunkt hatte Hannah noch nichts von Cheerleading gehört, sich aber fest vorgenommen, etwas Neues auszuprobieren. Als zwei Freunde die Studentin auf das Uni-eigene Cheerleading-Team aufmerksam machten, war es um sie geschehen. Den ganzen Sommer war Hannah mit dem Gucken von Cheerleading-Videos auf Instagram beschäftigt. „Die Choreos und Stunts hoch oben in der Luft haben mich total fasziniert“, sagt Hannah. Nach ihrem Umzug im September wurde sie im Tryout, einer Art Probetraining, eingestuft: Sie schaffte es in eines der drei Teams. Dort machte sie ihre ersten Erfahrungen im nicht kompetitiven Sideline-Cheerleading, eine Form, bei der andere Sportler am Spielfeldrand angefeuert werden.

Nach einem Jahr machte Hannah einen Studienwechsel nach Amsterdam, wo sie sich der frisch formierten, gemischten Mannschaft „UCA Cheerleading Amsterdam“ anschloss. Sobald die Gruppe das Angebot einer zertifizierten kanadischen Trainerin mit viel Erfahrung erhielt, ging das Training auch schon los. Innerhalb von zehn Monaten hat die Gruppe viele Skills gelernt und ist zusammengewachsen. „Wir sind eine kleine Cheerleading-Familie geworden“, sagt Hannah.

 Die Freude auf den Wettkampf ist groß. Hier zu sehen (v.r.n.l.) an der Mainbase Fristi, Backspot Hannah, den beiden Flyern Salma und Youyou im Vordergrund und der Trainerin.

Die Freude auf den Wettkampf ist groß. Hier zu sehen (v.r.n.l.) an der Mainbase Fristi, Backspot Hannah, den beiden Flyern Salma und Youyou im Vordergrund und der Trainerin.

Foto: Fred Bromberg

Eine wichtige Voraussetzung, denn abgesehen von den sportlichen Fähigkeiten, ist der Zusammenhalt des Teams und die Kommunikation untereinander von großer Bedeutung. „Beim Cheerleading muss sich ganz genau abgestimmt werden, denn wenn einer aus der Gruppe einen schlechten Tag hat, funktioniert nichts“, erklärt Hannah. Zudem muss ein großes Vertrauen und eine Verlässlichkeit vorherrschen, um sich in Höhen von bis zu sieben Metern werfen zu lassen. Auch die Einschätzung der eigenen Fähigkeiten werde mit der Zeit immer besser, sodass sich auch Mut für gefährlichere Stunts entwickelt.

Genau diesen Mut konnten die UCA Cheerleading Amsterdam bei den Niederländischen Meisterschaften vor drei Wochen beweisen. Mit der schwierigsten Choreo des Tages schafften sie es in ihrem ersten Wettkampf aufs Treppchen und nahmen in ihrer Senioren-Klasse die Silbermedaille mit. Ein großartiges Gefühl für Hannah und ihre Teammitglieder: „Als wir aus der Halle kamen, lagen wir uns alle erstmal weinend in den Armen“, erzählt die Cheerleaderin. Mit 63 von 100 Punkten lagen sie nur knapp hinter den Erstplatzierten (70 Punkte).

Hier zu sehen das Herzstück der UCA Cheerleading-Routine: die Pyramide.

Hier zu sehen das Herzstück der UCA Cheerleading-Routine: die Pyramide.

Foto: Fred Bromberg

Als Position „Backspot“ koordiniert Hannah den Stunt. Heißt: Sie steht hinter dem „Flyer“, hat dessen Knöchel in der Hand und schätzt die Positionen der anderen ein. Als Backspotter ist nicht nur viel Kraft, sondern auch Koordination notwendig. „Ich bin für jeden verantwortlich und muss bei gefährlichen Situationen entscheiden, ob ein Stunt durchgeführt werden kann“, sagt die Studentin. In der nächsten Saison wird sich das ändern: Hannah wird Sidebase, um nochmal eine andere Seite des Sports zu erfahren. „Es hilft, wenn man mehrere Positionen kennt und sich in die anderen hineinversetzen kann“, erklärt sie.

Ihre nächsten Ziele im Cheerleading sind mit einer guten Performance bei den nächsten Niederländischen Meisterschaften eher niedrig gesteckt. Aber natürlich wünscht auch Hannah sich den ultimativen Traum aller Cheerleader: die Teilnahme an den Weltmeisterschaften in Florida. Außerdem will sie immer besser werden, mit ihrer Mannschaft von Level drei auf Level vier aufsteigen – und irgendwann so gut sein wie ihr Vorbild Leonie, die Trainerin in Maastricht und Mitglied bei den Leverkusen Wildcats, einer Level sieben (höchste Stufe im Cheerleading) Cheerleading-Mannschaft, ist. Alles kann, nichts muss – aber für Hannah steht fest: „Ich will nie wieder einen anderen Sport machen.“