Jüchen: Halteverbot soll Stau verhindern

Jüchen : Halteverbot soll Stau verhindern

Die Odenkirchener Straße wird während der Hauptverkehrszeiten zum Nadelöhr. Lange Staus in beide Richtungen sind die Folge. Die Gemeinde plant nun ein absolutes Halteverbot. Die Händler sind geteilter Meinung.

Im Bau- und Verkehrsausschuss haben sich die Fraktionsmitglieder mit nur einer Gegenstimme für ein absolutes Halteverbot an der Odenkirchener Straße ausgesprochen. Und zwar zu den Hauptverkehrszeiten von 7 bis 9 und von 15 bis 18 Uhr im Bereich Odenkirchener Straße 8 bis 16. Gleichzeitig wird ein eingeschränktes Halteverbot eingeführt, so dass Autofahrer ihren Wagen mit einer Parkscheibe versehen eine halbe Stunde abstellen können.

Das Parken auf dem Gehweg soll dagegen komplett verboten werden. Die entsprechenden Markierungen müssen dafür entfernt werden. Der Beschluss läuft jedoch unter Vorbehalt: Bevor er dem Rat zur Entscheidung vorgelegt wird, muss das Straßenverkehrsamt seine Zustimmung geben.

Die FDP-Fraktion hatte den Antrag für die Halte- beziehungsweise Parkverbote bereits im Dezember 2010 gestellt und im Verkehrsausschuss am 28. Februar dieses Jahres diskutiert. Im Anschluss hatte das Ordnungsamt mit dem Straßenverkehrsamt und den ansässigen Gewerbetreibenden Gespräche geführt. Nicht alle zeigen sich überzeugt von den Vorteilen der Lösung. Manche Händler halten nichts von dem Halteverbot, wollten sich gestern auf Anfrage aber nicht näher zu den Gründen äußern.

Anders Lothar Rudolph von Pleines Fashion Optik. Der Filialleiter sieht den Beschlussvorschlag "eher positiv". Seiner Ansicht nach muss sein Optikergeschäft keine Beeinträchtigungen durch das Parkverbot erleiden. "Der Stau, besonders in der Berufsverkehrszeit, ist viel abträglicher für das Geschäft. Wenn direkt vor dem Laden die Autos mit laufendem Motor stehen, hupen und dann auch noch ein Krankenwagen vorbei muss, ist das ein heilloser Radau, der auch die Kunden nervt", glaubt Rudolph.

In der Nähe gebe es genug Parkmöglichkeiten, von denen aus die Kunden in wenigen Minuten die Läden an der Odenkirchener Straße erreichen könnten, sagt Rudolph. Den Ärger der benachbarten Händler kann der Optiker aber nachvollziehen. Denn Kunden anderer Läden hätten an ihrem Einkauf womöglich schwerer zu tragen als nach einem Besuch beim Optiker.

Laut Verkehrsausschuss bietet das Halteverbot jedoch die Chance, die Verkehrslage in der Jüchener City "merklich zu verbessern, ohne in den ruhenden Verkehr eingreifen zu müssen". Weil der bauliche Zustand der Straße und des Bürgersteigs nicht verändert werden muss, werden auch keine Kosten für die Gemeinde anfallen. Für die neuen Schilder muss der Landesbetrieb Straßen aufkommen.

(RP)
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