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Häuser in Jüchen „erzählen“ ihre Geschichte

Historische Gebäude in Jüchen : Häuser „erzählen“ ihre Geschichte

Der Geschichtsverein Jüchen beschafft Hinweisschilder für historische Gebäude im Stadtgebiet. Das erste hängt jetzt an einem fast 290 Jahre alten Haus in Stessen. Finanziert werden die ersten Schilder mit einem „Heimatscheck“ des Landes.

Der Anfang ist gemacht, der Geschichtsverein Jüchen in Stessen hat an einem ersten historischen Gebäude für ein Hinweisschild mit Informationen zum Haus gesorgt. Michael Salmann vom Vereinsvorstand übergab das Schild an das Ehepaar Hill, das in einem Fachwerkhaus an der Kreuzstraße lebt – vermutlich in einem der ältesten Häuser in Stessen. Um 1734 ist es entstanden. Aus der ersten Übergabe soll mehr werden. Nach der Bestellung von  zunächst vier Schildern sind weitere in der Planung.

Vor einem Jahr startete der Geschichtsverein, der aus dem früheren Förderverein Gemeindearchiv Jüchen entstanden ist, mit dem Projekt Hausschilder. „Die Frage ist, wie man Geschichte den Menschen näher bringt. Für viele ist Geschichte abstrakt – außer wenn es einen selbst betrifft“, erläutert Michael Salmann. Etliche Gebäude, an denen man vorbeikommt, weisen eine lange Geschichte auf, auf die möchte der Verein um Vorsitzenden Dieter Ohlmann nun aufmerksam machen.Möglich machte das Projekt ein „Heimatscheck“ über 2000 Euro aus dem Förderprogramm „Heimat.Zukunft. Nordrhein-Westfalen“. Neben dem Antrag gab es noch viel anderes zu tun. In historischen Quellen wurde recherchiert, die Ergebnisse wurden mit dem Kreisarchiv abgestimmt. Salmann verfasste Texte, eine Grafikerin wurde beauftragt. Eine Firma in Schorndorf in Baden-Württemberg fertigte die Emaille-Schilder. Das an der Kreuzstraße in Stessen ehemals als Vierkanthof über zwei Grundstücke errichtete Gebäude soll, wie nun am Haus zu lesen ist, der Überlieferung nach ursprünglich Wohnhaus des Försters von Schloß Dyck gewesen sein; später wurde es als Wohnhaus mit Hausweberei und angrenzendem Stall genutzt.

Weitere Schilder sollen bald an der ehemaligen Volksschule in Gierath, 1872 eingeweiht, im Doppelhof Abels in Gubberath und an Salmanns eigenem Fachwerkhaus von 1869, dem  sogenannten Schnockshuus, angebracht werden. Der Name geht noch auf Bewohner des Vorgängerhauses im 19. Jahrhundert zurück.

Bewusst hat der Verein für die erste Runde Gebäude ausgewählt, die nicht unter Denkmalschutz stehen, die Zustimmung für das Anbringen der Schilder hätte sonst länger gedauert. Michael Salmann betont, dass Gebäude im gesamten Stadtgebiet berücksichtigt werden sollen. Auch Plätze oder Wege können mit Schildern versehen werden.

Rund 250 bis 400 Euro kostet eines der Emaille-Schilder. Die ersten sind mit dem Förderprogramm finanziert. Für die Zukunft hofft der Geschichtsverein Jüchen auf Spenden – und auf Vorschläge von Eigentümern, die bereit sind, ein Schild an ihrem historischen  Gebäude anzubringen.