Händels "Wassermusik" erklingt auf Schloss Dyck.

Händels „Wassermusik“ erklingt bei Schlosskonzert : Königliche Lustpartie unter freiem Himmel

Die jährlich stattfindende klassische Nacht, neudeutsch „Classic Night“ genannt, auf Schloss Dyck ist ein Glanzlicht nicht nur im Veranstaltungskalender Jüchens. Auch überregional wird es hoch geschätzt.

Organisiert vom Förderverein, ist es alljährlich ein wahrer Zuhörermagnet. Und diesmal, zum 90. Konzert insgesamt und dem zehnten unter freiem Himmel, hoffen der Vorsitzende des Fördervereins Heinz Willi Maassen und seine engagierten Mitstreiter sogar auf 500 Besucher. Anlässlich des 90. Geburtstags, aber auch aus organisatorischen Gründen, wird das Konzert nun in den Schlosshof verlegt. Außerdem wird für das Open-Air-Konzert Samstag, 7. Juli, Beginn ist um 20 Uhr, ein „außergewöhnliches Konzept“ entwickelt, wie Maassen erklärt. Was durch die finanzielle Förderung der Kunststiftung NRW erst möglich wurde.

Die Besucher sollen bereits am Eingang musikalisch begrüßt und bis zum eigentlichen Konzert begleitet werden. Moderiert wird der Abend äußerst prominent, nämlich von Konrad Beikircher. Der Künstler ist nicht nur ein Kabarettist, sondern auch großer Musikliebhaber und Kenner der Materie: „Wer ihn schon mal erlebt hat, weiß das und wird begeistert sein,“ sagt Heinz Willi Maassen

Ausgangslage für die neue Planung ist der Umstand, dass der angestammte Platz vor der Orangerie schon besetzt ist: Daraus entstand das Konzept, das quasi in einzelnen Stationen „Musikinseln“ schafft und zum Finale auf die Schlossterrasse führt. Holzbläser, so erzählt Stefan Palm, Leiter des Palm Concertino und so etwas wie der Musikalische Chef des Festivals, nehmen die Besucher schon am Eingang in Empfang. Auf dem Weg treffen sie auf Blechbläser und schließlich im Schlosshof, wo auch die Gastronomie ihren Platz bekommt, auf Streicher. Fanfarenklänge von Trompetern aus den Fenstern des Schlosses werden die Zuhörer schließlich zur Bühne rufen, wo Palm mit seinem Concertino und den Solisten Anke Krabbe (Sopran) und David Kindt (Klarinette) aufwartet.

26 Musiker umfasst das Orchester, Stefan Palm wird selbst als Solist Klavier spielen. Dass er Anke Krabbe von der Deutschen Oper am Rhein und David Kindt von den Aachener Sinfonikern verpflichten konnte, könnte für ganz besondere Momente sorgen. Das musikalische Programm liest sich verheißungsvoll: Vor der Pause erklingen Werke von Mozart, nach der Pause geht es mit Carl Stamitz weiter, und zum großen Finale wartet Händels „Wassermusik“ – sozusagen als akustische Fortsetzung des Wasserschlosspark-Ambientes. Nicht alle drei Suiten der berühmten „Wassermusik“ können erklingen, das würde den Rahmen sprengen. Anstelle dessen wird die zweite Suite gespielt, die nach Meinung des Musikers die „festlichste und größte“ ist. In dieser Suite geben fast durchgehend Trompeten und Hörner den Ton an und auch sonst regiert ein kräftiger, sonorer Klang. Optimal, um rund ums Wasser gehört zu werden. von

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