Jüchen: Großeinsatz der Feuerwehr bei Brand in Flüchtlingswohnung

Jüchen : Großeinsatz der Feuerwehr bei Brand in Flüchtlingswohnung

Haus an der Bahnhofsstraße wurde evakuiert. Polizei geht von Brandstiftung aus. Asylbewerber wurden auf andere Häuser verteilt.

Sämtliche Einheiten der Feuerwehr Jüchen rückten am Donnerstagmorgen zur Bahnhofsstraße aus: In einer Flüchtlingswohnung der Gemeinde brannte es. Textilien hatten Feuer gefangen. Ein Bewohner musste mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht werden. Als Brandursache geht die eingeschaltete Polizei von fahrlässiger oder vorsätzlicher Brandstiftung aus.

"Als wir eintrafen, schlugen Flammen aus einem Fenster im Erdgeschoss, Scheiben zersprangen", schildert Heinz-Dieter Abels, Leiter der Feuerwehr. Mehrere Bürger hatten den Brand gemeldet, bereits bei der Anfahrt gab Abels Vollalarm für die Feuerwehr Jüchen. Die erste Sorge galt natürlich den Bewohnern. "Einige Menschen standen bereits im Freien, die übrigen haben wir hinausgebracht. Einige Menschen im Haus scheinen noch geschlafen zu haben", erklärt der Feuerwehrchef, die Wehr war um 5.47 Uhr alarmiert worden. Zwei Trupps wurden zur Menschenrettung eingesetzt, insgesamt wurden rund 20 Bewohner aus dem Haus geholt. "Panik ist nicht aufgekommen", sagt Abels. Wegen der eingebauten Rauchschutztüren sei das Treppenhaus nicht verqualmt gewesen.

Das der Gemeinde gehörende Wohnhaus, früher eine Schule, ist nach Auskunft von Bürgermeister Harald Zillikens zu Dreiviertel vermietet. In einer Wohnung im Erdgeschoss sind Flüchtlinge untergebracht. Von den 13 Bewohnern dort seien sieben zu Hause gewesen, sagt Zillikens, der sich während des Einsatzes ebenso wie Kreisbrandmeister Norbert Lange vor Ort ein Bild machte. "Im Haus brannte die Gemeinschaftstoilette im Erdgeschoss in voller Ausdehnung", wie Abels erklärt. "Wir hatten den Brand schnell unter Kontrolle." Danach wurde mit einem Hochleistungslüfter der Rauch aus den Räumen getrieben.

Insgesamt waren 60 Feuerwehrleute vor Ort, ebenso der Rettungsdienst sowie der Leitende Notarzt. Auch der große, in Grevenbroich-Wevelinghoven stationierte Einsatzleitwagen des Rhein-Kreises Neuss wurde angefordert. Die Gemeinde organisierte während des Einsatzes einen Bus zur ersten Unterbringung der Menschen. "Die Flüchtlinge wurden dann auf andere Unterkünfte verteilt", sagt Zillikens. Die übrigen Mieter im Haus konnten wieder in ihre Wohnungen, allerdings mussten die Räume zuvor gereinigt werden. Ein Lob hatte der Bürgermeister für die Feuerwehr-Leute parat: "Sie hat hervorragende Arbeit geleistet."

Nach der Feuerwehr kamen die Ermittler. In der Gemeinschaftstoilette sind laut Polizei Textilien, zum Beispiel Kleidung, in Brand geraten. Einen technischen Defekt schließen die Experten der Kripo nach ersten Erkenntnissen aus, infrage kämen vorsätzliche oder fahrlässige Brandstiftung. Hinweise auf einen aktuellen Einbruch gebe es nicht.

(NGZ)
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