1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Grab in Jüchen-Hochneukirch verwüstet

Auf dem evangelischen Friedhof : Grab in Hochneukirch verwüstet

Unter anderem wurden zwei Holzkreuze von einem Grab auf dem evangelischen Friedhof gerissen und waren verschwunden. Nun gibt es eine Überraschung.

Fassungslos war Thomas Bovermann. „Es ist, als wäre mein Mann ein zweites Mal gestorben“, sagte der 50-Jährige. Das Grab seines Ehemannes und dessen Eltern auf dem evangelischen Friedhof an der Rheydter Straße war, wie der Hochneukircher berichtete, von Unbekannten verwüstet worden. „Beide Kreuze aus massivem Holz wurden am Grab aus der Erde gerissen und sind verschwunden. Sie waren tief verankert, da war einiges an Kraft nötig“, schilderte Bovermann. „Und die Grablichter lagen verteilt umher, sie sind wohl durch die Gegend getreten worden“, sagte er.

 Thomas Bovermann mit einem Bild vom verwüsteten Grab. Da wusste er noch nicht, dass es eine unerwartete Wendung geben sollte.
Thomas Bovermann mit einem Bild vom verwüsteten Grab. Da wusste er noch nicht, dass es eine unerwartete Wendung geben sollte. Foto: Judith Michaelis

„Ein Kumpel von mir war am Dienstagabend auf dem Friedhof und hat beim Grab nach dem Rechten gesehen“, berichtete der 50-Jährige, der schwerbehindert und auf einen Rollator angewiesen ist. „Als er die Verwüstung sah, hat er einen Schock bekommen“.

Vor einigen Jahren war Bovermann nach Jüchen gezogen. Seit dem Jahr 2016 bestand die Partnerschaft, 2018 heirateten die beiden. Ein Jahr später starb sein Mann mit 54 Jahren. „Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Mein Glaube hat mir geholfen“, erklärte Bovermann.

  • Josefine ist die jüngste Teilnehmerin bei
    Aktion in Düsseldorf : Der Golzheimer Friedhof erstrahlt wieder im alten Glanz
  • Zimmerermeister Tobis Geschwind (Mitte) war am
    Die Stadt Jüchen drückt aufs Tempo : Hochneukircher Tagesstätte kann schon Richtfest feiern
  • Rechts und links gepflegt, dazwischen sprießt
    Friedhöfe in Mönchengladbach : Immer mehr Gräber werden vernachlässigt

Nach dem Vorfall auf dem Friedhof wurde die Polizei eingeschaltet und Anzeige erstattet. „Die Polizei vermutet, dass es eine gezielte Tat war, da kein anderes Grab auf dem Friedhof geschändet worden ist“, sagte Thomas Bovermann. Die Tat könne „mit meiner offenen gelebten Homosexualität in einer Regenbogen-Familie zu tun haben“, vermutete er.

Thomas Bovermann ist in der Region kein Unbekannter. Vor Jahren war er Bürgermeisterkandidat für die Freien Bürger in der Nachbarstadt Grevenbroich, zudem war er dort als Ratsherr aktiv. Heute hat er in der SPD seine politische Heimat.

Von einer unerwarteten Wendung zum Guten konnte Thomas Bovermann dann am Donnerstagabend berichten. „Die Kreuze sind wieder da. Sie stehen dort, wo sie vorher waren.“ Und auch die Grablichter seien wieder an ihre ursprünglichen Plätze gestellt worden, erzählte der 50-Jährige, der sich über die Wiederherstellung auf dem Grab natürlich freut.

Verwüstungen auf Friedhofsgräbern wie im aktuellen Fall seien die „absolute Ausnahme“, sagte Polizeisprecherin Daniela Dässel. Wohl aber habe es in der Vergangenheit Diebstähle von Edelmetallen gegeben, etwa wenn Diebe es wegen hoher Metallpreise auf Kupfer abgesehen hätten.

Eine noch größere Ausnahme dürfte aber sein, dass die Grab-beschädigung dann wieder von Unbekannten rückgängig gemacht wird.