Jüchen: Gierather starten große Typisierungsaktion

Jüchen: Gierather starten große Typisierungsaktion

"Leni liebt das Leben": Unter diesem Titel steht die Suche nach einem geeigneten Stammzellspender für Leni Jorißen. Sie leidet an Blutkrebs.

Der Aufruf bei Facebook ist bereits mehr als 300 Mal geteilt worden und dürfte binnen weniger Stunden Tausende erreicht haben: Unter dem Titel "Leni liebt das Leben - hilf ihr!" weisen Freunde der an Blutkrebs erkrankten Leni Jorißen aus Gierath auf eine große Typisierungsaktion hin, die sie für Sonntag, 15. April, planen.

Sie hoffen, einen Stammzellspender für die 52-Jährige zu finden, die seit 2013 unter einem Multiplen Myelom leidet. Wegen einer Metastase in ihrer Lunge wird sie täglich bestrahlt, außerdem erhält sie regelmäßig eine spezielle Infusion, damit ihre vom Krebs angegriffenen Knochen nicht brechen. Nur durch die Stammzellspende eines Menschen, der ähnliche Gewebemerkmale wie sie aufweist, kann sie geheilt werden.

Mit der Typisierungsaktion wollen Leni Jorißen und ihre Freundinnen Silke Voigt und Daniela Zintl auch auf die Problematik fehlender Stammzellspender insgesamt hinweisen und anderen Menschen helfen, die ebenfalls an Erkrankungen des blutbildenden Systems leiden. "Mir ist wichtig, dass auf solche Krankheiten aufmerksam gemacht wird und Leben gerettet werden", sagt Leni Jorißen, die offen über ihre Krankheit spricht.

Sie und ihre Freundinnen sprechen von einer "Welle der Hilfsbereitschaft", die sie überwältige. Sogar Menschen, die nichts mit der Gieratherin zu tun haben, möchten sich einbringen und helfen. "Leni ist meine beste Freundin. Es ist schwer mit anzusehen, dass sie so viel Leid ertragen muss", sagt Freundin Daniela Zintl.

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Nur zuzuschauen kommt auch für Silke Voigt nicht in Frage, die Leni Jorißen seit ihrer gemeinsamen Ausbildung zur Kinderkrankenschwester kennt. "Wir können nicht einfach abwarten, sondern möchten selbst anpacken und helfen", sagt sie. Unterstützung für ihr Vorhaben, möglichst viele Menschen am 15. April in der Lindenschule Gierath zu typisieren, erfahren die drei Freundinnen und andere Helfer von der Knochenmarkspenderzentrale der Uniklinik Düsseldorf.

"Eine Typisierung tut nicht weh", betont Anette Herda von der Knochenmarkspenderzentrale. Der Vorgang dauert auch nicht lange. Im Grunde gilt: Wer sich typisieren lässt, unterschreibt eine Einverständniserklärung, gibt einige Daten an und lässt sich zwei Wangenabstriche nehmen, mit der später Gewebemerkmale festgestellt werden. Kosten fallen für Teilnehmer nicht an; Bürger können jedoch spenden. "Die Daten werden in eine internationale Datenbank aufgenommen", erklärt die Expertin.

Tatsächlich Stammzellspender zu werden, gilt als unwahrscheinlich, weshalb eine hohe Zahl typisierter Menschen besonders wichtig ist. Bei einem der seltenen Treffer kann der Spender Leben retten: "Stammzellen sind auch im Blut enthalten. In der Regel ist für eine Spende deshalb gar keine Operation nötig." Spender würden heute an eine Art Dialysegerät angeschlossen, das Stammzellen aus dem Blut entnehme. "Davon merken sie nichts. Der Körper stellt sehr schnell neue Zellen her", sagt Anette Herda.

(cka)
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