Jüchen: Gesamtschule rüstet sich für Oberstufe

Jüchen: Gesamtschule rüstet sich für Oberstufe

Nächstes Schuljahr startet der erste Jahrgang an der Gesamtschule mit konkreten Vorbereitungen aufs Abitur. Insgesamt 69 Kinder sollen die Oberstufen-Qualifikation erlangen. Sie können demnächst optional auch Niederländisch lernen.

Die Gesamtschule Jüchen bereitet sich auf die gymnasiale Oberstufe vor: Etwa 60 Kinder sollen ab nächstem Schuljahr in die elfte Jahrgangsstufe kommen, in die sogenannte Einführungsphase, der noch zwei weitere Schuljahre als Qualifikationsphase und schließlich die Abiturprüfungen folgen. Derzeit rechnet die Schule damit, dass 69 der 112 Kinder, die derzeit in die zehnte Klasse gehen, die Fachoberschulreife mit entsprechendem Qualifikationsnachweis für die Oberstufe erlangen werden. "Nicht alle möchten in die Oberstufe", sagt Schulleiterin Susanne Schumacher. Sie rechnet damit, dass 50 Kinder wechseln, darüber hinaus soll es etwa zehn Anmeldungen von Kindern geben, die bisher eine andere Schule besucht haben. Damit startet die junge Gesamtschule Jüchen zweizügig in die Oberstufe.

Nach den Jahrgangsstufen fünf bis sieben sowie acht bis zehn bildet die Oberstufe an der Schule die sogenannte "Abteilung drei", deren Leiter Bernd Lucas ist. Der 51-Jährige hat sich jetzt den Schülern vorgestellt. Er gehört ab dem 1. August offiziell der Schulleitung an und ist direkter Ansprechpartner in Bezug auf die Oberstufe für Schüler und Eltern. Seit einigen Jahren leitet er die Oberstufe an der Käthe-Kollwitz-Gesamtschule in Grevenbroich kommissarisch. "Nach den Osterferien werde ich sechs Stunden pro Woche in Jüchen arbeiten", sagt Bernd Lucas.

Er freut sich auf seine neue Arbeitsstelle. "Ich bin dort für alles zuständig, was mit der gymnasialen Oberstufe zu tun hat. Ich kümmere mich mit um die Anmeldung von Schülern und um deren Beratung bis hin zum Druck der Abiturzeugnisse", nennt Bernd Lucas Beispiele. Die Vorbereitungen für die dritte Schulabteilung an der Stadionstraße laufen derweil auf Hochtouren. Schulleiterin Susanne Schumacher rechnet fest damit, dass die Gesamtschule Jüchen ab dem kommenden Jahr - sprich in der ersten Qualifikationsphase fürs Abitur - auch einen Leistungskursus im Fach Sport anbieten kann. Dafür muss die Bezirksregierung Düsseldorf grünes Licht geben. "Ich bin sehr optimistisch", sagt sie.

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Überhaupt möchte die Schule einen sportlichen Schwerpunkt setzen und diesbezüglich auch mit dem benachbarten Gymnasium kooperieren. "Wir möchten die Schüler gezielt auch mit der Theorie vertraut machen, die zum Fach Sport gehört. Mit Biologie, Anatomie und Physiologie ist das recht umfangreich." Die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch sind in der Oberstufe gesetzt und können nicht gewählt werden. Entscheiden können sich die Schüler hingegen bei der zweiten Naturwissenschaft: Sie haben die Wahl zwischen Biologie und Chemie. "Bei den Gesellschaftswissenschaften möchten wir Sozialwissenschaften, Geschichte, Erdkunde oder alternativ dazu Pädagogik anbieten - je nachdem, was häufiger gewählt wird", erzählt die Schulleiterin, die weiter die Fächer Philosophie beziehungsweise Religion sowie Kunst beziehungsweise Musik im Angebot hat - und Sport.

"Französisch unterrichten wir nur bis zur elften Jahrgangsstufe, danach haben die Schüler neben Englisch die Wahl zwischen Spanisch und Niederländisch als zweite Fremdsprache", berichtet Susanne Schumacher. Mit dem Fach Niederländisch folge die Schule einem Wunsch aus Schüler- und Elternschaft, betont die Leiterin. Sie erklärt sich dies mit der räumlichen Nähe zu den Niederlanden, in denen viele junge Erwachsene aus Deutschland studieren.

Die für diese Region eher außergewöhnliche Fremdsprache überhaupt anbieten zu können, ist ein Glücksfall für die Gesamtschule Jüchen. "Eine unserer neuen Sportlehrerinnen kann die Sprache unterrichten", sagt Schumacher, die auch eine Kooperation mit anderen Schulen in den Niederlanden in Aussicht stellt. "Wir sehen uns gut für die Oberstufe aufgestellt", betont sie, sagt aber auch, dass die Schule ein Platzproblem bekommen könnte, falls doch mehr Jugendliche die "Abteilung drei" besuchen möchten. "Bei einer Dreizügigkeit der Oberstufe könnte es eng werden."

(cka)