Jüchen: Gasleitung: Jüchen will mehr Ökoflächen

Jüchen: Gasleitung: Jüchen will mehr Ökoflächen

Gegen die Erdgas-Pipeline mitten durch eine Apfelplantage konnte sich Jüchen wehren. Nun fordert die Gemeinde mehr Ökoausgleichsflächen für die Trasse, die durch Hochneukirch, Kamphausen, Dürselen, Wey und Waat führen soll.

Gegen den geplanten Verlauf der Erdgas-Pipeline Zeelink, die das Unternehmen Open Grid Europe von Aachen bis Legden, westlich von Münster, ziehen will, hat sich die Gemeinde Jüchen bislang erfolgreich wehren können. Der mittlerweile modifizierte Verlaufsplan wurde jetzt im Planungsausschuss vorgelegt. Aktuell läuft das Planfeststellungsverfahren für die Erdgasfernleitung auf Veranlassung der Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf, bei dem auch die Gemeinde Jüchen als Träger öffentlicher Belange gehört wird. Die Erdgas-Trasse soll nun nordwestlich von Hochneukirch durch die Industrie- und Gewerbefläche Regiopark verlaufen, wenn es nach den Vorstellungen des Investors geht. Im Weiteren soll die Trasse nordöstlich von Otzenrath verlaufen. Sie soll, nachdem sie zwischendurch das Gemeindegebiet verlässt, dann wieder in Richtung Nordosten im Bereich von Kamphausen, Dürselen, Wey und Waat überwiegend durch landwirtschaftliche Flächen führen.

Zur Erinnerung: Der zunächst geplante Verlauf der Erdgaspipeline mitten durch die Apfelplantage von Obstbauer Thomas Scheufen in Hochneukirch konnte durch Intervention Jüchens abgewendet werden. Nun geht es der Gemeindeverwaltung bzw. dem Bürgermeister um ökologische Ausgleichsflächen, die nach seiner Auffassung im jetzigen Verlaufsplan nicht ausreichend berücksichtigt werden. In einer Stellungnahme an die Bezirksregierungen Köln und Düsseldorf moniert Bürgermeister Harald Zillikens, dass die von Jüchen vorgesehenen Biotop- und Wildwiesenflächen nicht ausreichend berücksichtigt werden. Zudem müsse die Gasleitungstrasse auf einer Breite von sechs Metern frei von Gehölzen gehalten werden: "Dies hat zwangsläufig zur Folge, dass die der Gemeinde Jüchen obliegende Kompensationsverpflichtung nicht mehr vollständig erfüllt werden kann, zumal die auf der Leistungstrasse entstehenden Biotoptypen zum Teil eine geringere Wertigkeit aufweisen als die ursprünglich geplanten Gehölzflächen", heißt es in der Stellungnahme. Die Gemeinde Jüchen erwarte eine Neuberechnung der Flächenbilanz unter besonderer Berücksichtigung der mit dem Eingriff verbundenen Auswirkungen auf die in den Bebauungsplänen festgesetzten Zielbiotope, schreibt der Bürgermeister. Dazu seien grundsätzlich Flächen in räumlicher Nähe zu den Baufeldern in Betracht zu ziehen und Jüchen zur Verfügung zu stellen, damit die Gemeinde ihre ökologischen Ausgleichsverpflichtungen erfüllen kann, fordert Zillikens von Open Grid. Und er weist daraufhin, das Vorhaben, einen Radweg entlang der Kreisstraße 21 anzulegen, dürfe durch den Bau der Gasleitung nicht gefährdet werden. Sollten öffentliche Wege durch die Gasleitung in Anspruch genommen werden, müsse vorab eine Begehung mit der Gemeinde erfolgen. Nach Abschluss der Baumaßnahe behalte sich die Gemeinde die Endabnahme über den Zustand der wiederhergestellten öffentlichen Verkehrsflächen vor.

  • Zwei Einbrüche: : Einmal mit und einmal ohne Beute

Im Planfeststellungsverfahren muss jetzt der endgültige Trassenverlauf genehmigt und es müssen die Kompensationsmaßnahmen für den vorübergehenden Eingriff in Natur und Landschaft festgelegt werden. Die Antragstrasse fußt auf den Ergebnissen aus dem Raumordnungsverfahren, dem sogenannten raumgeordneten Korridor, bei dem Jüchen seinen Einspruch gegen die geplante Trasse durch den Apfelhof geltend machen konnte.

(NGZ)