Für ihre erweiterten Kitas bildet die Stadt Jüchen Erzieher aus

Betreuung in Jüchen : Stadt erweitert Kitas und bildet mehr aus

Die Stadt beginnt mit der Erweiterung der Kita Otzenrath um die vierte und fünfte Gruppe. Starten soll die Betreuung dort im Sommer kommenden Jahres. Zurzeit laufen die Bewerbungen für die praxisorientierte Erzieherausbildung.

Mit dem Wachstum der Stadt Jüchen, die immer mehr Siedlungsgebiete entwickelt, steigt auch der Bedarf an Kindergartenplätzen und an dem geeigneten Personal. Deshalb startet Jüchen jetzt auch eine Ausbildungsoffensive – parallel zur laufenden baulichen Erweiterung im Kita-Bereich. Einjähriges feiert im August die neue vierte Kita-Gruppe, die im ehemaligen Bürgerhaus Priesterath als Dependance für den Kindergarten in Garzweiler gebaut worden war. Nun ist der Baustart für die Erweiterung der Kindertagesstätte Otzenrath an der Bahnstraße. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung im August 2017 muss die Montessori-Kindertagesstätte schon um eine vierte und fünfte. Gruppe erweitert werden. 1,3 Millionen Euro sind im städtischen Haushalt für das Bauprojekt veranschlagt.

Die Erweiterung wird notwendig, da der Siedlungsschwerpunkt Hochneukirch/Otzenrath bei jungen Familien mit Kindern besonders beliebt ist. Schul- und Jugendausschuss sowie der Stadtrat hatten Anfang 2019 grünes Licht für das Bauvorhaben gegeben. Durch die bauliche Erweiterung sollen bis zu 45 weitere Betreuungsplätze geschaffen werden. Nach Abschluss stehen dann in Otzenrath bis zu 111 Plätze, aufgeteilt auf fünf Gruppen, für Jungen und Mädchen im Alter von vier Monaten bis sechs Jahren zur Verfügung.

Das Architekturbüro Berger aus Grevenbroich gestaltet auch den Anbau, für den die Zeitplanung durchaus ambitioniert ist. Nach den Plänen der Stadt Jüchen sollen die beiden neuen Kita-Gruppen bereits am 1. August 2020 – zum Start des Kindergartenjahres – ihren Betrieb aufnehmen. Er sei zuversichtlich, den straffen Zeitplan „trotz Konjunktur und angespannter Marktlage realisieren zu können“, sagte Architekt Heinz Berger jüngst im Bauausschuss.

Das Grundstück an der Bahnstraße bietet laut Architekt Berger ausreichend Platz für den Anbau sowie auch weiterhin für die Grünanlage und Außenspielfläche. Rücksprachen mit der Kita-Leiterin hätten zudem ergeben, dass auch nach der Eröffnung des Anbaus die Zahl der Parkplätze am Kindergarten ausreichten, zumal auch entlang der Bahnstraße noch Parkflächen zur Verfügung stünden. Die Raumplanung sei großzügig bemessen, führte Heinz Berger aus.

Bis zum 18. August diesen Jahres läuft die Bewerbungsfrist für die praxisintegrierte Ausbildung zu staatlich anerkannten Erziehern, die die Stadt Jüchen jetzt ausschreibt. Sie sollen dann am 1. August 2020 ihre dreijährige Ausbildung beginnen.

Gesucht werden Bewerber mit Fachoberschulreife oder die bereits als staatlich geprüfte Kinderpfleger, Sozialhelfer oder Heilerziehungshelfer ausgebildet worden sind. Für die Erzieherausbildung kommen auch in Frage Absolventen mit Fachhochschulreife im Berufsfeld Gesundheit und Soziales, oder wer einen Abschluss einer Berufsausbildung hat, die der Weiterbildung in der Fachrichtung Sozialpädagogik dienlich ist.

Melden können sich auch Interessenten, die eine vergleichbare Berufserfahrung von mindestens fünf Jahren nachweisen können sowie (Fach)-Abiturienten, die ein soziales Jahr, Ersatzdienst, Zivildienst oder ein Praktikum von mindestens 900 Arbeitsstunden absolviert haben.

Die praxisorientierte Erzieherausbildung soll das theoretische Wissen unmittelbar mit Praxiserfahrungen verknüpfen. An drei Tagen – später an zwei Tagen in der Woche wird das fach-theoretische Wissen an einem Berufskolleg erlernt. An den übrigen Tagen wird die Arbeit in einer städtischen Kindertageseinrichtung unterstützt.

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