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Jüchen: Förderschulen bleiben notwendig

Jüchen : Förderschulen bleiben notwendig

Die neue Jüchener Schulamtsleiterin zeigt die Grenzen der Inklusion auf.

Die neue Gesamtschule Jüchen ist auch in hohem Maße als Inklusionsschule gefordert und nachgefragt: Das weiß die neue Schulamtsleiterin Carola Schellhorn. Aktuell haben 44 der insgesamt 533 Gesamtschüler in Jüchen einen unterschiedlichen Förderbedarf. "Mit dem neuen Schuljahr werden es aber noch mehr", prognostiziert Gesamtschulleiterin Susanne Schumacher. Denn sie weiß, dass auch etliche Schulen im Umland ihre Kinder mit Förderbedarf gerne in die Gesamtschule Jüchen schicken würden.

Offiziell soll sie aber nur acht pro Jahrgang neu aufnehmen, und die möglichst nur aus Jüchen. Umso mehr wartet Schumacher jetzt auf einen Integrationsbegleiter. Auch Schellhorn sieht die Notwendigkeit einer guten personellen Ausstattung mit Heilpädagogen und Integrationsbegleitern für den Inklusionsbereich der Gesamtschule in Jüchen. Sie befürchtet allerdings, dass bei der Geldverteilung für Inklusionsausgaben die größeren Städte bevorzugt werden. "Aber der Kreis muss entscheiden", sagt sie.

Differenziert betrachtet die neue Schulamtsleiterin einen generellen Anspruch, alle Kinder mit dem unterschiedlichsten Förderbedarf in Regelschulen integrieren zu wollen: Die Frage sei, für welche Kinder die Regelschule geeignet ist. So ließen sich beispielsweise Kinder mit Mongolismus sehr gut auch in Regelschulen integrieren und dort auch fördern. Bei verhaltensauffälligen Kindern sei dies aber nicht der Fall, die seien in den Förderschulen, die es schließlich im Rhein-Kreis Neuss noch gebe, wohl besser aufgehoben. Und die Förderschulen in der Region hätten ein hohes Niveau. Da gelte es aber, bei den Eltern immer noch große Hemmschwellen abzubauen, und sie gebe immer wieder den Ratschlag: "Schauen Sie sich die Förderschulen an. Sie sind nichts Anrüchiges", appelliert die Schulamtsleiterin an betroffene Eltern.

Denn die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder nehme zu, wofür aber keineswegs nur die Eltern verantwortlich gemacht werden könnten. "Es liegt auch an der allgemeinen Reizüberflutung, der die Kinder durch den unkontrollierten Umgang mit Digitalmedien ausgesetzt sind", beklagt Schellhorn.

(NGZ)