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Jüchen: Feuerwehr wirbt um weibliche Kräfte

Jüchen : Feuerwehr wirbt um weibliche Kräfte

Zu wenig Kräfte in der Freiwilligen Feuerwehr Jüchen – mit diesem Problem hat Heinz-Dieter Abels den Posten des Feuerwehr-Chefs übernommen. Die Lücke, die zwischen Brandschutzbedarfsplan und der Realität klafft, schließt sich langsam: "Wir haben acht neue Leute für die Feuerwehr gewinnen können", zeigt sich Abels zufrieden.

Zu wenig Kräfte in der Freiwilligen Feuerwehr Jüchen — mit diesem Problem hat Heinz-Dieter Abels den Posten des Feuerwehr-Chefs übernommen. Die Lücke, die zwischen Brandschutzbedarfsplan und der Realität klafft, schließt sich langsam: "Wir haben acht neue Leute für die Feuerwehr gewinnen können", zeigt sich Abels zufrieden.

Über neue Medien wie Internet und Twitter sowie soziale Netzwerke wie Facebook sei die Jüchener Wehr bekannter geworden. Erhöhen will Abels auch die Zahl der weiblichen Feuerwehrkräfte: Drei sind bisher in der Löschgruppe Waat, eine ist im Löschzug Gierath aktiv.

Mindestens 200 Kräfte sollten zu den drei Löschzügen Jüchen, Gierath und Hochneukirch sowie den beiden Löschgruppen Waat und Kelzenberg gehören. Unterstützung erhalten die Ehrenamtler von sieben Männern, die am Bauhof beschäftigt sind. Am größten ist die Lücke im Löschzug Hochneukirch: Statt der angestrebten 50 Aktiven sind dort lediglich 24 verfügbar. Dort ist Heinz-Dieter Abels zuversichtlich: In der Jugendfeuerwehr gibt es 40 Mitglieder, 20 von ihnen kommen aus Hochneukirch und Umgebung." Sie könnten in naher Zukunft die Lücken schließen.

Wen Heinz-Dieter Abels braucht: engagierte Ehrenamtler wie Stefanie Fockenrath (28) aus Gierath. Die Mutter eines Sohnes kann sich ein Leben ohne die Wehr nicht vorstellen. Ihr großes Vorbild: ihr Vater Oswald Kolf, der mehr als 25 Jahre selbst das dunkle Blau der Wehr trug. "Irgendwie bin ich mit der Feuerwehr groß geworden", erzählt Fockenrath. Nach der Jugendfeuerwehr gab es für sie keinen Zweifel: "Ich mache weiter."

Keine Überraschung, dass für die begeisterte Schwimmerin ein Feuerwehrmann der ideale Partner ist: Kennengelernt hat sie Helge (heute 36) bei der Feuerwehr, seit 1999 sind beide ein Paar. Was der jungen Mutter an ihrem Ehrenamt Spaß macht: "Die Technik begeistert mich, die Kameradschaft gefällt mir — einfach alles." Fockenrath hat sich den Rang einer Hauptfeuerwehrfrau erarbeitet. Worauf sie stolz ist: "Auf meinen Lkw-Führerschein; den braucht man, um Löschfahrzeuge steuern zu können."

Wie sich Jüchens Feuerwehr in Zukunft verbessern will: "Wir wollen mit anderen Wehren aus dem Rhein-Kreis Neuss kooperieren." So könnten etwa Synergie-Effekte bei den Geräten genutzt werden. Gespräche wurden bereits mit den Kräften in Grevenbroich und Korschenbroich geführt. Der Austausch mit Mönchengladbach droht zu scheitern, da dabei die Grenzen des Rhein-Kreises überschritten würden.

(RP/rl)