Jüchen: Feuerwehr setzt auf Bauhof-Mitarbeiter

Jüchen: Feuerwehr setzt auf Bauhof-Mitarbeiter

Zehn Tage Feuerwehr-Grundausbildung liegen hinter Herbert Dürselen und Daniel Wimmer: Ab heute unterstützen sie und sieben weitere Mitarbeiter des Baubetriebshofes der Gemeinde die Jüchener Feuerwehr. Sie stehen für Tageseinsätze bis 16 Uhr bereit. "Das ist genau die Zeit, in der wir zu wenig Personal haben, weil viele Feuerwehrmänner außerhalb arbeiten", sagt Bürgermeister Harald Zillikens.

Mit dem Personalmangel stehe die Jüchener Feuerwehr nicht alleine da. "Das Problem gibt es in ganz Deutschland", fügt Feuerwehrchef Mario Heitbrink hinzu. Fünf bis zehn Mitarbeiter der drei Löschzüge rücken derzeit tagsüber bei Einsätzen aus. Um auf Nummer sicher zu gehen, würden zwischen sechs und 17 Uhr zwei bis drei Einheiten gleichzeitig alarmiert. "Es wird immer schwieriger, Freiwillige zu finden", erzählt Heitbrink. Nicht alle Arbeitgeber würden den Dienst tolerieren. Eine Berufsfeuerwehr komme angesichts der Haushaltslage nicht in Frage. "Ein hauptamtlicher Feuerwehrmann kostet die Gemeinde rund 35 000 Euro im Jahr", berichtet Heitbrink.

Deshalb kam dem Feuerwehrchef die Idee, Bauhof-Mitarbeiter anzusprechen. "Für mich ist das absolutes Neuland", erzählt Herbert Dürselen, der heute zum ertsen Mal die neue Schutzausrüstung tragen darf. Aber er freue sich, der Feuerwehr helfen zu können. Fünf der neun Bauhof-Mitarbeiter brachten bereits eine Feuerwehr-Grundausbildung mit: Sie absolvierten in den vergangenen zehn Tagen eine Drehleiterausbildung. "Es freut mich zu sehen, mit welcher Motivation die Teilnehmer an den Schulungen teilgenommen haben", sagt Zillikens.

Das Personalproblem sei durch die Bauhof-Mitarbeiter aber nicht gänzlich gelöst: "Die Löschzüge in Jüchen, Gierath und Hochneukirch brauchen jeweils 50 Aktive", erzählt Zillikens. Der Jüchener Löschzug habe aber nur 42 Mitglieder. In Hochneukirch gebe es gerade Mal 24 freiwillige Feuerwehrmänner. "Wir wollen weitere Freiwillige aus der Verwaltung gewinnen", erzählt Zillikens. Dazu habe die Gemeinde eine Arbeitsgruppe gegründet.

(RP)