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Jüchen: Erst Deutschkursus, dann Karriere als Fußballprofi

Jüchen : Erst Deutschkursus, dann Karriere als Fußballprofi

Acht verschiedene Menschen mit acht verschiedenen Geschichten. Gemeinsam haben sie ihr Durchhaltevermögen. Die ehemalige Mathelehrerin Gertrud Peltzer ist stolz und zufrieden. Ihre erste Deutschklasse hat einen Abschluss. Ganz offiziell. Die acht jungen Männer aus Ägypten, Syrien, Ghana, Pakistan, Nigeria und dem Irak haben monatelang gepaukt, gelesen und sich die Zunge verbogen und nun die erste Stufe geschafft: Beim Goethe-Institut haben sie ihre A1-Prüfung abgelegt und geschafft.

Nun hoffen sie, dass ihnen das Fuß fassen in Deutschland leichter fällt. Viele wollen gerne in ihre alten Berufe zurückkehren. In Ortis Kumaninis Fall wäre das: Fußballprofi. Der Ghanaer hat in seinem Heimatland bei den "Wa All Stars" gespielt. Seit einem Jahr ist er in Deutschland. Damit er nicht aus der Übung kommt, hat er beim VfB 08 Hochneukirch gekickt und spielt aktuell für den FC Wegberg-Beeck.

Der Mittelfeldspieler träumt von der großen Karriere. Am liebsten würde er beim BVB Dortmund oder bei Mönchengladbach spielen. Kovan Alikahdeda ist mit seiner Frau aus dem Irak geflohen. Sie sind Jesiden. Jesiden werden von der Terrormiliz "Islamischer Staat" verfolgt. ihr Asylantrag ist anerkannt worden. Nun möchte der 29-jährige gerne wieder als Programmierer arbeiten.

Der Deutschkurs wurde finanziell vom Katholischen Forum Mönchengladbach und Heinsberg unterstützt. "Wir haben die Prüfung organisiert und die Gebühr von 120 Euro pro Person übernommen", sagt Kornelia Baumeister vom Forum. Lediglich 15 Euro mussten die Absolventen dazu zahlen. Gertrud Peltzer hat das Unterrichten in der Hauptschule in Hochneukirch übernommen; war dabei für die acht Männer auch ein bisschen "Mutterersatz", sagt die pensionierte Lehrerin. "Ich habe sie zum Arzt begleitet und mich auch privat um sie gekümmert." Sie unterrichtet bereits eine neue Gruppe mit bisher sieben Flüchtlingen. "Die möchte ich natürlich zur A1-Sprachprüfung führen", sagt Gertrud Peltzer.

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Einer, der sich auch privat bereits gut in Deutschland eingelebt hat, ist Liberty Livinius. Der 21-jährige Nigerianer kommt zur Zeugnisübergabe mit seiner Freundin Franziska Baier aus Mönchengladbach. Verliebt seien die beiden sehr. "Aber wie", sagt die 19-Jährige.

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