Eltern fordern Schulwegsicherung in Hochneukirch an der Straße Zum Regiopark

Schulwegsicherung in Hochneukirch : Eltern prangern gefährlichen Schulweg an

Das Überqueren der Straße Zum Regiopark ist für Stadt und Kreis ein bekanntes Thema. Weitere Sicherungen sind nicht geplant.

Seitdem es immer mehr Kinder im Wohngebiet Neu-Holz gibt, kommt das Thema „Schulwegsicherung“ regelmäßig auf. Denn die Kinder aus Neu-Holz müssen die viel befahrene Straße Zum Regiopark überqueren, um auf der anderen Seite den Ortsteil Otzenrath mit der Grundschule erreichen zu können. Jetzt hat sich mit aktuellem Aufhänger eine neue Elterninitiative gegründet, die als neue und zusätzliche Gefahrenquelle die neue, im Bau befindliche Feuerwache an der Straße sieht.

Trotz mehrfacher Anfragen sei bis jetzt keine Reaktion der Stadtverwaltung erfolgt, beklagt Stefanie Haag, Mutter eines siebenjährigen Kindes. Schließlich müssten alle Kinder aus Neu-Holz und auch aus Hochneukirch die Straße Zum Regiopark nicht nur zur Grundschule, sondern auch für ihre Wege zu Freunden, Sport- und Freizeitangeboten nutzen.

Die Mutter sagt: „Hinter dem Ortsschild Hochneukirch liegt die erlaubte Geschwindigkeit aber bei 100 Stundenkilometern.“ Die Eltern werfen der Stadtverwaltung vor, sie ignoriere das bekannte Problem seit Jahren. Wie ein Unfall mit mehreren Toten in Berlin vor einigen Wochen auf tragische Weise bewiesen habe, gehörten hohe Geschwindigkeiten zur Unfallursache Nummer eins, argumentieren die Eltern. Und Stefanie Haag verdeutlicht: „Das Problem ist nicht nur das Überqueren der Straße. Ich mag mir gar nicht vorstellen, was passiert, wenn ein Fahrer aufgrund hoher Geschwindigkeit die Kontrolle über sein Fahrzeug verliert und in eine Gruppe Kinder rast. Ganz zu schweigen von den vielen Lkw, die auf dieser Straße fahren.“

Tatsächlich gebe es zwar zwei Überquerungshilfen in Form von Inseln in der Fahrbahnmitte. Eine davon liege aber in dem Bereich, wo 100 km/h erlaubt seien. „Ein unhaltbarer Zustand!“, meinen die Eltern. Und darauf habe Stefan Dederichs von der Elterninitiative die Stadtverwaltung kürzlich aufmerksam gemacht, in der Hoffnung, dass im Rahmen des Neubaus der Feuerwache die Gefahrensituation entschärft werde. „Eine Ampelanlage zur sicheren Überquerung der Straße wäre für unsere Kinder ein gewaltiges Sichterheitsplus,” sagt der Vater. Dazu regen die Eltern an der Stelle eine Geschwindigkeitsbeschränkung als „Zone 30” an. Die aktuelle Planung der Feuerwache sehe aber all’ dies nicht vor. Zudem sei der Bürgersteig auf der Straßenseite der zukünftigen Feuerwache viel zu schmal geplant.

Die Dringlichkeit einer Verkehrssicherung begründen die Eltern mit Zahlen: Alleine im angrenzenden Neubaugebiet seien 30 neue Häuser entstanden. Weitere Neubaugebiete seien in der Planung. „Dies alles führt zu einer erheblichen Verkehrszunahme, wodurch das Gefahrenpotenzial natürlich erhöht wird“, befürchtet Haag. Außerdem regen die Eltern Geschwindigkeitskontrollen an der Straße Zum Regiopark an. Denn auch viele Autofahrer ignorierten auch im weiteren Verlauf des Schulweges in Otzenrath, wo generell Tempo 30 gelte, die bestehenden Vorschriften, beobachten die Eltern.

Stadtsprecher Norbert Wolf sagt auf Redaktionsnachfrage: „Bei der Straße Zum Regiopark handelt es sich um die Kreisstraße K 19n. Die Zuständigkeit für die Planung der Straße liegt somit in erster Linie beim Rhein-Kreis Neuss.“ Ein Bebauungsplan beinhalte außerdem keine verkehrstechnischen Planungsdetails, wie etwa Ampelanlagen. Die Zufahrtsregelungen für die Feuerwehr und sich daraus ergebende verkehrliche Änderungen würden im Rahmen der Architektenplanungen und in Abstimmung mit dem Rhein-Kreis Neuss noch festgelegt, erläutert Wolf. Der Stadtsprecher sichert den Eltern aber zu, ihre Hinweise würden im Zusammenhang mit der Aufstellung des Bebauungsplans an die zuständigen Fachämter zwecks Prüfung weitergeleitet. Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens werden laut Wolf keine konkreten Maßnahmen im Bereich der Straßenverkehrsfläche durchgeführt oder vorbereitet werden. Bei den Abstimmungsgesprächen mit dem Rhein-Kreis Neuss würden diese jedoch mit einbezogen. „Bezüglich der Schulwegsicherung sind in letzter Zeit keine Beschwerden oder Anregungen an die Stadtverwaltung herangetragen worden: ebenfalls auch nicht im Rahmen der Schulwegaktion im vergangenen Frühjahr“, erinnert Wolf.

Die Querungshilfen befänden sich auf Höhe der Wohnbebauung, also innerhalb der Ortsdurchfahrt, wo die maximale Geschwindigkeit 50 km/h betrage, widerspricht er den Eltern. Und Wolf erinnert: Es habe sich der Nahverkehrs- und Straßenbauausschuss des Rhein-Kreises Neuss in seiner Sitzung am 14. Februar 2017 schon einmal mit dem Thema beschäftigt. „Es wurde festgestellt, dass ein Fußgängerüberweg nicht erforderlich ist und auch keine weiteren verkehrslenkenden Maßnahmen, wie Gefahrzeichen oder Geschwindigkeitsbeschränkungen“, sagt der Stadtsprecher.

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