Jüchen: Einkaufen in Jüchener Hofläden

Jüchen : Einkaufen in Jüchener Hofläden

Sieben Hofläden allein auf Jüchener Gebiet versorgen nicht nur mit saisonalem Eigenanbau.

Das Angebot ist groß in Jüchen: Alleine sieben Hofläden werben für sich im Internet. Die meisten Landwirte sind heutzutage auf Nebenerwerbsverdienste und die zumindest zusätzliche Direktvermarktung ihrer Produkte angewiesen: "Die Dichte der Hofläden ist hier in Jüchen schon sehr groß", weiß auch Elke Strommenger, die gemeinsam mit ihrem Ehemann Hartmut den Landmarkt Wey führt. Teilweise sehr unterschiedlich ist aber das Geschäftskonzept, das hinter den Hofläden steht. Während die Strommengers in ihrem Hofladen eine Vielzahl von Produkten aus unterschiedlichen Höfen der Region anbieten und eine Art von kleinem ländlichen Supermarkt führten, gibt es auch etwa den Hofladen Roelen in Gubberath. Landwirt Jochen Roelen konzentriert sich auch in seinem Hofladen fast ausschließlich auf den eigenen saisonalen Anbau: jetzt den Spargel und anschließend die Kürbisse.

Elke Strommenger hat im Landmarkt Wey auch selbst gebackenes Brot im Angebot. Foto: Gundhild Tillmanns

Landmarkt Wey Der Landmarkt Wey partizipiert wegen seiner Lage von vielen Berufstätigen, die auf dem Weg von oder zur Arbeit dort regelmäßig einkaufen, wie die Besitzerin berichtet. Vom eigenen Hof der Strommengers kommen vorwiegend frische Eier in den Hofladen, und Elke Strommenger backt frisches Dinkelbrot für den Verkauf. Ein weit verzweigtes Netz von Lieferanten bis sogar in die Pfalz, woher der Wein in den Hofladen gelangt, bestimmt in Wey das Sortiment: Die Wurstwaren kommen zum Beispiel von einer Hofschlachterei in Grevenbroich-Laach, der Spargel aus Dormagen, das Brot teilweise aus Wickrath, oder das Kraut aus Wegberg. Elke Strommenger gibt zu, dass es nicht einfach ist, sich bei der Vielzahl von Hofläden zu behaupten. Sie sei aber zufrieden mit dem Umsatz, fügt sie hinzu und betont ihre Philosophie, sich von den "sogenannten Hofläden im Umland von Düsseldorf" positiv abheben zu wollen: "Wir versuchen hier, Qualität und Frische zu reellen Preisen zu bieten", sagt sie.

Der Apfelhof in Otzenrath wirbt, wie auch andere Hofläden, mit Parken vor dem Geschäft. Bei Jochen Roelen ist's Spargelzeit. Sein Hofladen öffnet in der Saison auch sonn- und feiertags. Der Apfelhof in Otzenrath wirbt, wie auch andere Hofläden, mit Parken vor dem Geschäft. Bei Jochen Roelen ist's Spargelzeit. Sein Hofladen öffnet in der Saison auch sonn- und feiertags. Foto: Gundhild Tillmanns

Hofladen Roelen Auch Joechen Roelen, Inhaber des Spargel- und Kürbishofes in Gubberath, zählt hin und wieder Großstädter etwa aus Düsseldorf zu seinen Kunden, die über die horenden Preise der dortigen Hofläden klagten: "Außerdem kaufen solche Hofläden alles ein. Wir bieten hier aber nur das an, was bei uns zur Saison auf dem Acker steht", sagt Roelen. Um jetzt den Spargel von den eigenen Feldern auch wirklich tagesfrisch verkaufen zu können, öffnet Roelen in der Spargelsaison den Hofladen auch an Sonn- und Feiertagen. Bis Ende Juni ist Spargelzeit, dann schließen sich ab Juli/August die Kürbisse an, von denen Roelen mittlerweile mehr als 400 Sorten züchtet. "Man muss sich spezialisieren und immer auch mal, etwas Neues ausprobieren", weiß der Landwirt, der neuerdings auch Süßkartoffeln anbaut. Zudem zieht Roelen Tulpen und wenn es so weit ist, auch wieder Sonnenblumen auf den eigenen Feldern. Er bietet die Tulpen neuerdings auch im Hofladen an, aus einem guten Grund: "Früher hatte ich sieben Tulpenfelder zum Selberschneiden. Aber der Diebstahl hat derart zugenommn, das sich jetzt das Selberschneiden nur noch auf einem Tulpenfeld anbieten kann", bedauert er.

Buschhof Scheufen Jüchen ist bekanntlich auch ein großes Apfelanbaugebiet, dessen Angebot auch in einigen Hofläden feilgeboten wird. Auf dem Buschhof in Hochneukirch züchtet Inhaber Thomas Scheufen Apfelsorten wie Delbarestivale, Gala, Jonagold, Elstar, Rubinette, Braeburn, Boskoop, Pinova und Topaz. In seinem Hofladen bietet er neben Äpfeln auch zur Saison Birnen und Pflaumen aus eigener Produktion an. Dazu bezieht er zum Beispiel Kartoffeln, Gemüse, Eier, Fruchtsäfte, Wurst oder Käse größtenteils von anderen Direktvermarktern aus der unmittelbaren Umgebung.

Otzenrather Apfelhof Neben Äpfeln zum puren Genießen hat sich der Otzenrather Apfelhof auf eine breite Palette von Produkten spezialisiert, die aus Äpfeln hergestellt und gewonnen werden. Dazu gehören Apfelsaft, Apfelkraut, Apfelmarmelade, Apfelbrot, Apfeltee, oder auch Apfelleberwurst und Griebenschmalz mit Äpfeln. Ergänzt wird das Sortiment des Otzenrather Apfelhofes von regionalen Produkten wie Eiern aus Freilandhaltung, Wegberger Kartoffeln, Wurst- und Fleischwaren, Honigspezialitäten, aber auch mit besonderen Öl- und Essigspezialitäten. Sogar Pralinen, Obstbrände, Liköre und Weine gibt es in dem Hofladen, der auch Dekorationsideen parat hält.

Biobauernhof Essers Dem ökologischen Landbau hat sich der Biobauernhof Essers in Neuenhoven verpflichtet. Im Hofladen sind neben Gemüse und Obst insgesamt 2100 Artikel als Naturkost-Vollsortiment zu finden. Der Hof beliefert eine bestimmte Bäckerei mit seinem eigenen Roggen und Weizen, wo dann für den Verkauf im Hofladen Bio-Vollkornbrote und -Gebäck hergestellt werden. Saisonal gibt es dort auch Enten, Gänse, Puter und aus der Eifel Rothirsch, Damwild, Rehwild und Schwarzwild.

(NGZ)
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