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Ein Jüchener Paar feiert seine Hochzeit im Partyzug

Rail-Party Rheinland startet in Jüchen : Im Hochzeitszug die Weichen fürs gemeinsame Leben gestellt

Beim Kennenlernen wurden die Weichen für das gemeinsame Leben des Hochzeitspaares Susanne und Dieter Iven in Schienennähe gestellt.

Für Aufsehen sorgten am Samstagnachmittag ein ungewöhnlicher Zug: Die erste Hochzeitsfeier auf deutschen Eisenbahnschienen startete in Jüchen. Nach der Trauung im Haus Katz bestieg das Brautpaar Susanne und Dieter Iven mit 80 Gästen den Partyzug, in dem der Bräutigam mehr als nur ein Heimspiel hatte: Er ist einer der beiden Geschäftsführer der Jüchener Firma „Railparty Rheinland“. Die hatten Iven und sein Kompagnon Otmar Swierzy vor zwölf Jahren gegründet. Und bislang gab es nur eine Hochzeitsgesellschaft in Holland, die von den Beiden einen Partyzug gebucht hatte. Mit seiner eigenen Hochzeitsfeier wollte Dieter Iven nun für die Jüchener Firma auch eine Premiere begründen. Neben Freunden und Familie hatten Susanne und Dieter Iven auch die ebenfalls Eisenbahn begeisterten Mitarbeiter der Railparty eingeladen sowie auch die Mannschaft aus dem Bahnbetriebswerk Mönchengladbach, wo die Partyzüge stationiert sind.

Übrigens hatte sich das Brautpaar auf ungewöhnliche Weise kennengelernt, wobei die Weichen für das gemeinsame Leben zumindest in Schienennähe gestellt wurden. Eine Mitarbeiterin aus den Partyzügen kehrte nach Dienstschluss regelmäßig in einer Bahnhofgaststätte bei Cochem am Rhein ein. Dort freundete sie sich mit der netten Bedienung an: „Mein Mitarbeiterin hat gemeint, diese Frau wäre genau die richtige Partnerin für mich“, erinnert sich Dieter Iven schmunzelnd an die Anbahnung. Denn seine Mitarbeitern zögerte nicht lange: Sie rief Iven auf dem Handy an und gab das Telefon nach kurzer Vorrede einfach weiter an Susanne Jansen. „Wir waren uns sofort sympathisch und haben miteinander gesprochen, als ob wir uns schon lange kennen würden“, erzählt der 59-jährige Jüchener. Es folgten dann noch ein paar Telefonate und alsbald auch die ersten richtigen Treffen. Nach kurzer Zeit zog die 54-Jährige zu ihrem Verlobten nach Jüchen. Einen Arbeitsplatz fand sie bei Zalando.

Eine Trauung im Partyzug selbst war zwar nicht möglich. Aber Susanne und Dieter Iven wussten auch das schöne historische Ambiente von Haus Katz zu schätzen, allzumal es nicht weit vom Bahnhof entfernt ist. Mit einem historischen Wagenpark mit Elektrolock der Baureihe 110, Rheingold-Gesellschafts- und Aussichtswagen, mit Speise- und Tanzwagen ging die Hochzeitsgesellschaft dann von Jüchen auf Fahrt über Mönchengladbach und Krefeld nach Köln. Auf der Kölner Südbrücke wurde gehalten und die Aussicht auf die Altstadt genossen, bevor es wieder zurück nach Jüchen ging.