Jüchen: Ein japanischer Garten für das Dycker Schloss

Jüchen: Ein japanischer Garten für das Dycker Schloss

Hochbetrieb herrscht auf der Baustelle: Im Juni soll der Themengarten "Ost trifft West" eröffnet werden. Es ist die größte Baustelle seit 2002.

Es ist das größte Gartenbauprojekt im Schlosspark seit der Landesgartenschau 2002: Zwischen den Mustergärten und dem englischen Landschaftsgarten entsteht auf 3500 Quadratmetern ein japanischer Garten mit zwei Teichen und zahlreichen besonderen Pflanzen, die im Zusammenspiel mit geschickt angeordneten Steinen eine Harmonie nach asiatischem Vorbild erzeugen sollen. Jetzt laufen die Bauarbeiten auf dem Areal auf Hochtouren - bis zur Veranstaltung "Gartenlust" im Juni sollen alle Arbeiten abgeschlossen sein.

Durch den Einsatz eines großen Teleskopkrans erregt die Baustelle momentan viel Aufmerksamkeit im Park um das historische Schloss Dyck. Die Arbeiter hieven mit dem Großgerät von einer Position aus alle Bäume und Steine an die richtige Stelle. "Dadurch können wir den Boden schonen", sagt Stiftungsvorstand Jens Spanjer, der in engem Kontakt mit dem Planer des Gartens steht: Michael Veith. Der Mannheimer sei anfangs skeptisch gewesen. "Der japanische Garten bildet aber einen weichen Übergang zwischen den Mustergärten und dem englischen Landschaftsgarten", sagt er.

Unterstützung erhält der Planer von zwei jungen Landschaftsarchitekten: Kai Faust und Martina Heims. "Ein Ziel ist es, den angrenzenden Bambuswald in den japanischen Garten zu integrieren" sagt Heims. Zahlreiche Pflanzen sollen für ein besonderes Ambiente sorgen, darunter mehrere Kiefernarten, Großbonsais und ein japanischer Ahorn, der eher in die Breite statt in die Höhe wächst und später über einen der beiden Natur-Teiche ragen soll, an denen auch Brücken vorbeiführen sollen.

Anstoß für die Anlage eines japanischen Gartens im Schlosspark hatte die Baumschule "Lorenz von Ehren" aus Hamburg gegeben, mit der die Stiftung Schloss Dyck für ihre Gärten seit mehreren Jahren eng zusammenarbeitet. "Die Idee entstand vor etwa einem Jahr", berichtet Jens Spanjer, der zu den großen Unterstützern des Projekts auch den Grevenbroicher Gartenbaubetrieb Cremers zählt. Der Stiftungsvorstand schätzt, dass mehr als zwei Drittel der Kosten von Sponsoren getragen werden, der Rest von der Stiftung, die sich durch die Neuanlage des Gartens eine Aufwertung des Parks verspricht.

Demnächst sollen die Besucher des Schlossparks über große Steinplatten durch den japanischen Garten gehen können. Der Weg wird ab Juni auch durch einen Zengarten, also eine zum Japan-Garten gehörende Steinlandschaft führen. "Wir können uns gut vorstellen, den Garten noch durch ein japanisches Teehaus zu ergänzen", erzählt Jens Spanjer. Dafür werde derzeit noch ein Sponsor gesucht.

An der Stelle, an der jetzt der neue Garten gestaltet wird, hatten bis November 2017 andere Schaugärten gestanden - bekannt war die Fläche auch immer für prächtig blühende Tulpen. Diese sollen jetzt auf der anderen Seite bei den Mustergärten zu sehen sein. In den nächsten Wochen soll im neuen Japan-Garten der Feinschliff erfolgen und ebenfalls blühende Pflanzen gesetzt werden, darunter etliche Stauden.

(cka)