Ein „Grünes Band“ rund um die Tagebau-Grube bei Jüchen entsteht

Strukturwandel in Jüchen : Arbeiten für „Grünes Band“ um den Tagebau beginnen

Rings um den Tagebau plant der Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft einen Grünstreifen. Am ersten Teilstück wird in Kooperation mit RWE und Stadt gearbeitet, im Mai soll das 4000-Quadratmeter-Areal fertig sein.

An mehreren Stellen des Tagebaus Garzweiler gestatten Aussichtspunkte einen Blick in die Grube mit ihren großen Baggern und Absetzern. Der Zweckverband Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler, dem neben Mönchengladbach, Erkelenz und Titz auch die Stadt Jüchen angehört, will jetzt die Ränder des Tagebaus hervorheben – mit einem ringsum laufenden, rund 70 Kilometer langen Grünstreifen – dem „Grünen Band“.

Die ersten Arbeiten daran haben jetzt begonnen. Südlich von Jüchen, in der Nähe des Vielheckerhofes, wird zurzeit in Zusammenarbeit mit RWE Power und der Stadt Jüchen an einem landschaftspflegerischen Initialprojekt gearbeitet – als erster Baustein für das „Grüne Band“. Dieses soll verschiedene Landschaftselemente sowohl miteinander vernetzen und den Bereich auch touristisch erschließen. Zudem soll es den Übergang zu den großflächigen Rekultivierungsgebieten markieren.

Im Vergleich zum Gesamtprojekt handelt es sich um ein kleines Gebiet. Eine rund. 4000 Quadratmeter große Brachfläche zwischen der Grubenrandstraße und der Tagebaukante wird neu gestaltet. Ziel ist es, unterschiedlichen Tier- und Pflanzenarten artgerechte Lebensräume zu bieten. Mit überschaubarem Aufwand soll der Natur- und Artenschutz gefördert werden. Unter anderem soll das Projekt dem Schutz von Insekten, deren Zahl in den vergangenen Jahren bundesweit besorgniserregend gesunken ist, dienen. Aber auch an andere Arten wird gedacht.

Die Deckschicht für den Weg im künftigen Grünstreifen wird mit diesem Spezialgerät aufgetragen. Foto: Stadt Jüchen

Geplant sind beispielsweise eine Blühwiese als Habitat für Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Spinnen, aber auch für Vögel – sowie Obstbäume und Wildstrauchhecken für Insekten, Vögel, Kleinsäuger, Fledermäuse und Insekten. Nisthügel aus Lösslehm sollen Wildbienen Lebenräume bieten, eine Feuchtwiese mit temporären Tümpeln Amphibien. Steinhaufen und Totholzhaufen sollen etwa von Reptilien und Kleinsäugern bevölkert werden. Auch ein Insektenhotel als Nist- und Überwinterungshilfe ist geplant.

Die Neugestaltung verfolgt das Ziel, die Vielfalt von Fauna und Flora zu erhöhen und ein Signal für den Artenschutz zu setzen. Zudem sollen von dort aus Tiere und Pflanzen künftig die entstehenden Rekultivierungsflächen des Tagebaus besiedeln.

Aber auch der Mensch soll im Grünstreifen rund um den Tagebau Garzweiler seinen Platz haben. Ein neuer Fußweg, der zurzeit auf der Fläche angelegt wird, wird die Artenschutzfläche von der Jülicher Straße aus erschließen. Sitzgelegenheiten sollen zu Pausen einladen. Darüber hinaus können sich die Besucher anhand einer Informationstafel über die ökologische Bedeutung der unterschiedlichen Lebensraumelemente informieren.

Wer die Fläche mit dem Pkw ansteuern möchte, wird dort in begrenzter Anzahl Stellplätze finden.

Die Eröffnung des ersten Teilstücks des „Grünen Bandes“ ist für Anfang Mai geplant. Danach wird das neugestaltete Areal der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen, wenn die neu gepflanzten Gehölze ausgetrieben haben und Kräuter- und Wiesen bereits gewachsen sind.

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