Die Theatergruppe der Kolpingfamilie Otzenrath sucht dringend einen neuen Proben- und Kulissenraum

Theatergruppe aus Jüchen : Beliebte Kolpingbühne fürchtet das Aus

Schon in wenigen Wochen muss die „Cappuccino“-Truppe ausziehen. Wenn sie jetzt keinen geeigneten Proben- und Kulissenraum findet, droht der beliebten Volkstheatergruppe das Aus. Trotzdem wird die nächste Premiere vorbereitet.

Kurz vor der Premiere ihres neuen Stückes „Der verfluchte Baron“ droht der beliebten Volksbühne der Kolpingfamilie Otzenrath möglicherweise sogar das Aus. Denn schon in drei Wochen muss für die Proben, aber vor allem auch für die Kulissen des „Cappuccino“-Theaters ein neuer Raum gefunden sein. Und das gestaltet sich schwierig, weiß Kolping-Vorsitzender Heinrich Küpper, der in dem neuen Stück auch eine Rolle spielt. „Wir haben erfahren, dass die alte Schuhfabrik am Nordring, wo wir bisher proben und vor allem auch unsere Kulissen aufbauen konnten, bald abgerissen wird“, berichtet Küpper. Und bislang sei noch kein geeigneter Ersatzraum in Sicht.

Keine Option sei das naheliegende katholische Gemeindehaus: „Da müssten wir tatsächlich für jeden Probenabend 80 Euro Miete zahlen und könnten unsere Kulissen auch nicht aufbauen“, bedauert Küpper. Es müsse aber vor allem in der Endphase der Vorbereitung auf eine Premiere unbedingt in den Kulissen geprobt werden, „damit die Darsteller ihre Wege kennen“, verdeutlicht Küpper.

Dringend gesucht werde jetzt ein Raum, der mindestens etwa acht mal neun Meter groß sein und Platz für die Kulissen mit 6,50 Meter Breite bieten müsse. Der bisherige Kulissen- und Probenraum sei auch für die Lagerung der Zelte und Biertischgarnituren genutzt worden, die die Kolpingfamilie bei ihren Festen benötigt. Immerhin noch voller Optimismus, rechtzeitig einen neuen Proben- und Kulissenraum zu finden, will die Kolpingfamilie den Kartenvorverkauf für ihr nächstes Theaterstück denn auch bereits beim Familienfest am 7. September starten.

Die Aufführungen sind für den 18., 19. und 21. Oktober in der Wilhelm-Jansen-Sporthalle in Otzenrath geplant. Erfahrungsgemäß sind sie immer schnell ausverkauft, denn das Kolping-Theater ist seit Jahren eine weit über die Ort- und Stadtgrenzen hinaus beliebte Volksbühne. Das neue Stück handelt von Baron von Memmenstein, der bei der Ahnenforschungen durch die Feng-Shui-Beraterin Gabi Fenchel erfährt, dass seit seinem Ururgroßvater alle von Memmensteins an einem bösen Fluch zugrunde gegangen sind. Er ist der letzte von Memmenstein, seine Linie stirbt mit ihm aus. Daher will er sein gesamtes Vermögen der Kirche vermachen, was die bisher eingesetzten Erben, die Haushälterin und den Gärtner, sehr verärgert.

Für die Beiden gibt es nur zwei Möglichkeiten: ein plötzlicher Unfalltod des Barons, oder die Änderung des Testamentes zu Gunsten der Kirche muss verhindert werden. Eine tote Forelle, Herztropfen, Kaninchenköttel und eine Flasche Abführmittel spielen dabei wichtige Schlüsselrollen. Momentan wird eifrig jeden Donnerstag geprobt und ebenso engagiert nach einem neuen Domizil gesucht. Gegründet wurde die Theatergruppe im Jahr 2014. Komödien standen von Anfang an auf dem Spielplan. Mit der Gründung der „Cappuccino“-Gruppe wurde an eine alte Tradition angeknüpft. Denn in Otzenrath hatte es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg Theater- und Operettenaufführungen im Pfarrheim gegeben. Seit 2016 schreibt die Laienbühne auch schwarze Zahlen wegen der regen Kartennachfrage und der Mehrfachaufführungen der Komödien, die jedes Jahr in eigens für „Cappuccino“ umgeschriebener Dramaturgie neu aufgelegt werden.

Mehr von RP ONLINE