Die Stadt Jüchen will einen Innovationspark für Erneuerbare Energien ansiedeln

Zweckverband schlägt Innovationspark vor : Jüchen als Zentrum für erneuerbare Energien

Der Zweckverband Tagebaufolgelandschaften sieht für Jüchen Chancen im Strukturwandel durch den Ausbau der Windenergie.

Ein „Innovationspark Erneuerbare Energien“ im Stadtgebiet von Jüchen ist eine von bislang vier Ideen, die der aus den vom Tagebau Garzweiler II betroffenen Städten Erkelenz, Jüchen, Mönchengladbach und der Kommune Titz bestehende Zweckverband in Angriff nehmen könnte, um den Strukturwandel und die Zukunftsfähigkeit der Region nach dem Ende des Tagebaus zu gewährleisten. Bei der Verbandsversammlung in Titz stellte Verbandsvorsteher Gregor Bonin diese Idee vor. Sie sei ein umfassender strategischer Entwicklungsansatz für den östlichen Teilbereich der Tagebaufolgelandschaft Garzweiler bis 2038.

Forschungsschwerpunkte in diesem Innovationspark könnten die erneuerbare Energie in der Landwirtschaft und die Erforschung von Möglichkeiten zur Speicherung erneuerbarer Energie sein. Dieser Park in Jüchen könnte angrenzen an ein Gewerbegebiet in Jackerath als „Zentrum für neue Mobilität“, hieß es in der Zweckverbandsversammlung.

Einige Ansätze zur Projektentwicklungen gab es nach Aussage von Bonin schon in Jüchen bezüglich des grünen Bandes und des Innovationsparks. - Das Grüne Band ist bekanntlich ein Weg, der eines Tages rund um den dann ehemaligen Tagebau Garzweiler führen soll, wenn dieser in einen See umgewandelt sein wird.- „Das ist auch ein Stück Symbolik“, in welche Richtung sich die Stadt Jüchen entwickeln soll,“ riet der Verbandsvorsteher.

Ebenfalls ein Stück Symbolik soll die Namensgebung beinhalten, die die Zweckverbandsversammlung beschloss. Statt „Tagebaufolge(n)landschaft Garzweiler“ nennt sich der Zweckverband jetzt „Landfolge Garzweiler“, verbunden mit einem Logo, das in die Zukunft weisen soll. Zukunftsorientiert soll auch das Positionspapier sein, mit dem sich der Zweckverband zum Strukturwandel nach den Ergebnissen der Kohlekommission äußert. Allerdings waren nicht alle Mitglieder der Verbandsversammlung mit dem von der Geschäftsstelle vorgelegten Entwurf einverstanden. Das Papier solle eine grundsätzliche Aussage treffen, meinte Geschäftsführer Volker Mielchen, es könne sich nicht auf Einzelmaßnamen beziehen.

Ein Meinungsstreit entfachte sich insbesondere um die Frage, inwiefern die noch bestehenden Dörfer im Erkelenzer Osten und die um den Erhalt ihrer Heimat kämpfenden Bürger in dieses Positionspapier einbezogen werden könnten. Es dürfe keinen Vorrang geben, dass das Alte wichtiger als das Neue sein soll, meinte der Erkelenzer CDU-Vertreter Peter London und stellte sich damit gegen Ansichten der Grünen und des Vertreters der Linken, die auch das Bestehende in dem Positionspapier wiederfinden wollten. Letztendlich war es ein Kompromiss, den der Titzer Bürgermeister Jürgen Frantzen und sein Erkelenzer Kollege Peter Jansen vortrugen, der die Mehrheit der Versammlung dazu brachte, das Positionspapier auf den Weg zu bringen: Aus dem Schaffen einer „neuen“ Heimat wurde das Schaffen einer „lebenswerten“ Heimat.