1. NRW
  2. Städte
  3. Jüchen

Die Sparkasse Neuss fördert 36 Jüchener Vereine mit insgesamt 26.000 Euro

Spendenübergabe der Sparkasse Neuss : Tierisch gute Therapie für Senioren

Der Förderverein des Altenheimes Maria Frieden hat zwar jetzt eine Spende bekommen. Ihn plagen aber noch ganz andere Existenzsorgen.

Mit drei Millionen Euro aus ihren sieben Stiftungen unterstützt die Sparkasse Neuss alljährlich das Ehrenamt: Das betonte Sparkassenvorstandsmitglied Hans-Joachim Krömer jetzt in Jüchen. Anlass war die Spendenvergabe aus der Sparkassen-Lotterie. 26.000 Euro PS-Zweckertrag teilen sich in diesem Jahr 36 Vereine und Institutionen in Jüchen. Darunter sind auch zwei Gruppierungen, die mit den Spenden eine Tiertherapie in Jüchener Altenheimen finanzieren. Denn sowohl der Förderverein Maria Frieden, als auch die Bürgerstiftung Jüchen wollen das Spendengeld für tiertherapeutische Projekte in Jüchen verwenden. Während die Bürgerstiftung noch in der Anfangsphase mit der von ihr geförderten Tiertherapie im Carpe Diem-Altenheim in Garzweiler steht, macht der Förderverein von Haus Maria Frieden schon längere Zeit gute Erfahrung mit der Tiertherapie: Das berichtet die jetzt wiedergewählte Vorsitzende des Fördervereins, Gabriele Kürten. So kommt Tiertherapeut Gregor Kryck jeden Monat einmal mit seinem „Zoo“ ins Altenheim Maria Frieden. Er bringt ein Pony, ein Schaf, eine Ziege oder ein Huhn mit. Und Gabriele Kürten schildert, wie die alten Menschen aufblühen, wenn sie die Tiere sehen, sie streicheln und beobachten. Der größte Erfolg der Tiertherapie habe sich bei einer Seniorin gezeigt, die nicht mehr gesprochen und völlig in sich zurückgezogen gelebt habe. „Der Tiertherapeut hat ihr ein Huhn auf den Schoß gesetzt. Sie hat es gestreichelt und plötzlich mit dem Tier gesprochen.“ Damit sei der Bann gebrochen worden.

Obwohl sich der Förderverein, wie auch alle anderen Spendenempfänger, natürlich über die Zuwendungen freuten, so plagen doch alle oder fast alle die gleichen Nachwuchssorgen, die Gabriele Kürten so beschreibt: „Unser Problem ist, dass wir Mitglieder und Aktive oft nur für die Zeit haben, in der die Leute ihre Angehörigen auch bei uns im Altenheim haben.“ Generell aber eine längerfristige Bindung ans Ehrenamt einzugehen, solche Menschen seien immer schwerer zu finden.

Der Förderverein des Altenheimes, der die Therapie finanziert, hat aber akute Existenzsorgen. Foto: Panuba

Dabei leistet der Förderverein seinen wertvollen Beitrag nicht nur für die Bewohner des Altenheimes: „Wir haben auch ganz besonders die Mitarbeiter im Blick“, betont Kürten und spricht damit die erhebliche Belastung an, unter der gerade die Mitarbeiter in den Pflegeberufen stehen. Deshalb finanziert der Förderverein Maria Frieden aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden zum Beispiel auch Massagen und Ausflüge für die Pflegekräfte sowie Hilfsmittel, die zum Beispiel das schwere Heben der bettlägrigen Senioren erleichtern sollen.

Filialleiterin Andrea Wassenberg übergibt gemeinsam mit Sparkassenmitarbeiter Dennis Janßen die Spendenbescheinigung an den Förderverein der Lindenschule, die Nicole Waßenhoven mit ihren Kindern Till und Pia entgegen nimmt. Im Hintergrund ist Sparkassenvorstand Hans-Joachim Krömer zu sehen. Foto: Gundhild Tillmanns

„Wir haben in den 13 Jahren, die es uns gibt, bisher für 35.000 Euro Aktivitäten für Mitarbeiter und Bewohner von Haus Maria Frieden finanziert“, bilanziert Gabriele Kürten. Der Förderverein habe aktuell aber nur noch 39 Mitglieder und darunter ganz wenige, die sich auch aktiv einbringen wollten oder könnten: „Wir haben mit Mühe und Not, unseren Vorstand wieder besetzen können“, gibt die Vorsitzende zu. Dabei habe der Förderverein aber eigentlich noch viel vor: „Das geht aber nur mit Helfern und mit Beitragszahlern“, sagt sie. - Privatleute zahlen übrigens 20 Euro Jahresbeitrag, Geschäftsleute 100 Euro, die sie aber steuerlich als Spende für den gemeinnützigen Verein geltend machen können. Zu den Vorhaben des Fördervereins in der nahen Zukunft gehören zum Beispiel die Anlage eines Sinnesgartens für die Demenzkranken sowie die Anschaffung von Strahlern. Damit werden Bilder von idyllischen Landschaften an die Decken der Räume projiziert, deren Bewohner bettlägerig sind.