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Jüchen: Die Schneiderin der Jüchener Schützen

Jüchen : Die Schneiderin der Jüchener Schützen

Zwölf Uniformen in vier verschiedenen Größen mit Goldlitze, Schößchen und weißem Spitzenkragen fertigte Rosi Bruchmann an. Für viele Schützen ist die Jüchenerin einfach nur die "Niiesche", die Näherin, die schnell mal hilft, wenn eine Naht aufgegangen ist oder ein Rock zu ändern war. Doch die Schneiderin aus Jüchen ist nicht nur Nothelferin.

"Stoffe muss man fühlen"

Sie entwirft seit Jahren Kleider für die Königinnen aus Jüchen und hat jetzt die Edelknaben mit dunkelblauen kleinen Uniformen aus Samt, passenden Hosen und Hüten ausgestattet. Über Jahre hatte der Bürgerschützen- und Heimatverein die Uniformen für den Nachwuchs geliehen. Aber die Kosten waren relativ hoch und die Größen passten nie so richtig. So kam Roland Weyers, der Betreuer der Edelknaben, auf Rosi Bruchmann, Inhaberin des Jüchener "Nähstübchens", die eng mit dem Schützenfest verbunden ist. Über Rheydt und Holz ist die Schneiderin einst nach Jüchen gekommen, wo sie mit ihrem mittlerweile verstorbenen Mann schnell Fuß fasste. "Gerade über den Zug meines Mannes, der in der Marine war, sind ganz tolle Freundschaften entstanden", freut sich die Jüchenerin. Nach einem Muster entstanden im Atelier Entwurf und Schnitt der ersten Uniform, die bei einer Versammlung vom Vorstand begeistert abgesegnet wurde. Patenzüge und einzelne Schützen waren bereit, die Kosten zu übernehmen. Bald kamen die ersten Kinder zur Anprobe. "Eine gewisse Aufregung war zu spüren, aber die meisten kennen mich", erzählt die Schneiderin. Bei der Auswahl der Stoffe war ihre Fachkenntnis eine große Hilfe. Für die zwölf Uniformen der Edelknaben war es gar nicht so einfach, die Materialien zu beschaffen. "Kurzfristig 200 goldene Knöpfe, 40 Meter Samt in der richtigen Farbe und 75 Meter Litze zu bekommen: Das geht nicht über eine Bestellung im Internet. Stoffe muss man sehen und fühlen", meint die Designerin, die in Wickrath und Gladbach fündig wurde.

(RP)