Die Obdachlosenunterkunft in Jüchen-Hochneukirch soll saniert werden

Wickrather Straße in Jüchen : Obdachlosenhaus soll saniert werden

180.000 Euro sollen die Reparatur und Sanierung nur für das Notwendigste kosten. Ein Neubau würde mindestens 1,15 Millionen Euro erfordern. Und beim Abriss des Hauses gäbe es keinen Bestandsschutz für die Höhe des Gebäudes.

Nicht leicht tat sich die Politik bislang in der ehemaligen Gemeinde Jüchen mit der Frage, ob noch Geld für die in die Jahre gekommene Obdachlosenunterkunft an der Wickrather Straße 61 „gesteckt“ werden soll. 180.000 Euro sollen die Reparatur und Sanierung nur für das Notwendigste kosten. Allerdings hatte der Gemeinderat in seiner letzten Sitzung im Dezember für diese Postion, die bereits im ersten Stadt-Haushalt für 2019 aufgenommen worden ist, eine Sperre beschlossen. Es sollte zunächst nach Alternativmöglichkeit für die Unterbringung von Obdachlosen gesucht werden.

Doch das gestaltet sich schwierig, wie die Stadtverwaltung jetzt argumentiert und den Rechts- und Sozialausschuss um die Aufhebung dieser Sperre bittet. Das „mangelhafte Hygieneverhalten“ der Obdachlosen und zu erwartende Beschwerden aus der Nachbarschaft werden als Gründe angeführt.

Gedacht war auch bereits an den Abriss des alten Gebäudes aus dem Jahr 1965, um an derselben Stelle eine neue Obdachlosenunterkunft zu bauen. Die würde nach Berechnung der Stadtverwaltung eine Mindestinvestition von 1,15 Millionen Euro erfordern. Und es käme ein weiteres Problem hinzu: Der Bestandsschutz ginge auf dem Grundstück an der Wickrather Straße verloren. Ein möglicher Neubau dürfte dann nur in der gleichen Höhe wie die Nachbarhäuser und mit größeren Abstandsflächen als derzeit errichtet werden.

Ganz aufgeben kann die Stadt Jüchen eine solche Odbachlosenunterkunft aber nicht: Die Stadt ist zum Einen zum Vorhalt von Unterkünften für Wohnungslose gesetzlich verpflichtet. Zum Anderen steige der akute Bedarf, heißt es im Bericht des Sozialamtes.

Aktuell sei in der Unterkunft ein Höchststand an Bewohnern zu verzeichnen. Und in den vergangenen Jahren sei der Unterbringungsbedarf stetig gestiegen. Belegt sind laut Sozialamt aktuell acht Wohnungen mit zehn Personen an der Wickrather Straße. Zwei Wohnungen stehen als Reserve zur Verfügung, eine weitere ist sanierungsbedürftig und kann zur Zeit nicht genutzt werden, wird der Sozialausschuss informiert.

Wenn der Fachausschuss dem Stadtrat die Aufhebung der Haushaltssperre für die 180.000 Euro empfiehlt und der zustimmmt, dann soll noch in diesem Jahr mit der Sanierung des Obdachlosenhauses begonnen werden. Alleine für notwendige Dachdeckerarbeiten sind 35.000 Euro veranschlagt, 25.000 Euro für die Wärmedämmung des Hauses, 35.000 Euro für Sanitärarbeiten. Außerdem müssen elektrische Anschlüsse, Fensterrahmen, Fliesen und Putz erneuert werden. Zwischenzeitlich war das Obdachlosenhaus auch zusätzlich als Unterkunft für Flüchtlinge genutzt worden. Darauf kann die Stadt mittlerweile aber verzichten, da weniger Asylsuchende nach Jüchen kommen und die neu gebauten Unterkünfte an der Jülicher Straße eine ausreichende Aufnahmekapazität bieten.

Die bereits intensiven Hygienekontrollen der Hausmeister sowie der kurze Rhythmus von Brandschutzüberprüfungen in der Obdachlosenunterkunft sollen gerade auch nach der Sanierung beibehalten werden. Normalerweise gibt es in den städtischen Gebäuden einmal im Jahr eine Begehung durch die Feuerwehr, in der Obdachlosenunterkunft aber alle drei Monate.

Hinweis: In einer früheren Artikelversion zeigten wir ein Foto, auf dem nicht die Obdachlosenunterkunft zu sehen ist. Der Fehler tut uns leid und wurde nun korrigiert.