Die Malteser stellen Notfalldosen im Marienheim in Jüchen vor.

Malteser in Jüchen : „Notfalldosen“ helfen, Leben zu retten

Notfalldosen sind einfach und günstig. In Notsituationen können die kleinen Plastikbehälter jedoch zum Lebensretter werden. Jetzt wurde das Konzept im Marienheim in Jüchen von Sascha Klein und Heinz Schneider vorgestellt.

Bei medizinischen Notfällen in der eigenen Wohnung haben Rettungskräfte oft das Problem, dass ihnen niemand Auskunft über den Zustand der betroffenen Person geben kann. Der Patient ist vielleicht bewusstlos, und anwesende Angehörige können den Rettern in der Aufregung keine konkreten Informationen geben über Medikamente, die der Patient einnimmt und ob es eine Vorsorgevollmacht gibt. Die Malteser stellten jetzt beim Seniorennetzwerk 55plus aber eine Lösung für dieses Problem vor: die „Notfalldose“. Das System der „Notfalldose“ erläuterte der Malteser-Stadtbeauftragte Sascha Klein: In der Dose sind zwei Aufkleber enthalten. Der eine wird auf die Innenseite der Wohnungstür geklebt und der andere auf den Kühlschrank.

Anschließend werden die wichtigsten medizinischen Informationen, die Retter bei einem möglichen Einsatz benötigen, in die Dose gelegt. „Welche Krankheiten haben Sie? Welche Medikamente nehmen Sie momentan ein? Gibt es eine Patientenverfügung? Diese Informationen sind äußerst wichtig für die Rettungskräfte“, erklärt Sascha Klein. Die Dose wird dann samt Gesundheits-Informationen in den Kühlschrank gestellt. „Die Leute wundern sich immer, warum die Dose in den Kühlschrank gestellt werden soll“, weiß Klein. Dabei sei der Kühlschrank ein absolut sinnvoller Ort dafür. Erstens habe so gut wie jeder einen Kühlschrank in seiner Wohnung und zweitens gebe es meistens auch nur einen davon. „Das macht es uns Rettungskräften leicht, an die Informationen zu kommen, die wir brauchen“, sagt Klein, der selbst seit 30 Jahren Rettungsdienst fährt.

In Neuss besteht das System bereits seit zwei Jahren. „ Es gibt fast keine Wohnung älterer Herrschaften in Neuss, wo keine Notfalldose im Kühlschrank steht“, berichtet Sascha Klein. Auch in Jüchen soll es demnächst so sein. Die Idee, die Dosen auch in Jüchen zu etablieren, hatte Heinz Schneider vom Caritas-Verband Rhein-Kreis Neuss. Schneider betreut das Senioren-Netzwerk 55plus in Jüchen. „Die Malteser freuen sich sehr über die Initiative von Herrn Schneider“, sagt Sascha Klein. „Deshalb waren wir sofort bereit für eine Kooperation“, ergänzt der 47-Jährige.

Nach dem Frühstückstreff hielt Schneider zusammen mit Klein einen Vortrag, um die „Notfalldosen“ den älteren Bürgern zu erklären. Etwa 50 Jüchener hörten Schneider und Klein aufmerksam zu und stellten viele Fragen zur Verwendung der Dose. Am Ende nahm sich fast jeder der Senioren eine oder gleich mehrere der Dosen, die zum Selbstkostenpreis von zwei Euro gekauft werden konnten, mit nach Hause.

Natürlich sollen alle Jüchener, nicht nur Senioren, diese „Notfaldosen“ erhalten können. Sollten aber etwa Senioren Probleme beim Ausfüllen der Informationen haben, bekommen sie Unterstützung von den „Helfenden Händen“. Diese ehrenamtliche Organisation aus Jüchen kümmert sich um Hilfsbedürftige „Die Helfer kommen auf Anfrage zu den Leuten nach Hause und helfen beim Ausfüllen der Informations-Zettel“, erklärt Heinz Schneider.

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