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Die Keltenstraße und der Dorfplatz sollen in Jüchen-Kelzenberg erneuert werden

Dorferneuerung in Jüchen : Bürger wollen möglichst keine neue Straße

Um der Politik ein Meinungsbild zu liefern, votierten die meisten Kelzenberger für eine verengte Fahrbahn mit Gehwegerweiterungen.

Am liebsten hätten die Kelzenberger zunächst einmal keine neue neue Straße: Das war der Tenor, der bei der Bürgerversammlung mit etwa 50 Teilnehmern deutlich wurde, zu der die Stadt eingeladen hatte. Neben einzelnen Politikern aus den Ratsfraktionen war ein Großteil der insgesamt 53 Grundstückseigentümer, die für den Ausbau der Keltenstraße beitragspflichtig werden, ins Haus Katz gekommen, Etliche Anwohner forderten zwar, die Straße so zu belassen, wie sie ist, um zuerst die Entscheidung der Landesregierung abzuwarten, ob NRW, wie bereits andere Bundesländer die Anliegerbeitragspflicht für den Straßenbau abschafft. Sogar gegen die Stadt zu klagen, drohte ein Kelzenberger Bürger an. Doch Beigeordneter Oswald Duda konnte die anwesenden Kelzenberger davon überzeugen, durch ihre Abstimmung zumindest ein Meinungsbild zu drei möglichen Ausbauvarianten abzugeben.

Die Notwendigkeit, die Keltenstraße zu sanieren, sehe die Stadt in ihrer Verkehrssicherungspflicht, betonte Duda mehrfach. Erneut vorgestellt und diskutiert wurden drei Ausbauvarianten, wobei die Gestaltung eines Dorfplatzes obligatorisch geplant ist und aus Fördermitteln aus dem Dorferneuerungsprogramm des Landes (ohne Anliegerbeiträge) finanziert werden soll. Der von der Verwaltung favorisierten Variante I, die einen niveaugleichen Ausbau von Fahrbahn und Gehweg, getrennt durch eine Rinne, vorsieht, stimmten nur fünf Kelzenberger zu. Die Variante II, bei der der Status quo beibehalten, nur alles erneuert werden soll, wählten lediglich zwei Grundstücksbesitzer. Mit elf Stimmen schnitt die Variante III in der Meinungsbildung der anwesenden Kelzenberger am besten ab: Sie sieht einen Einengung der Fahrbahn auf vier Meter vor, um einen breiteren Gehweg zu schaffen. Allerdings kann an den engsten Stellen, wo die Häusertreppen jetzt unmittelbar auf die Fahrbahn münden, nur eine Gehwegbreite von 90 Zentimetern erreicht werden.

Dieses Meinungsbild wird die Verwaltung laut Oswald Duda jetzt mit in die weiteren Beratungen des Umwelt-und Verkehrsausschusses am 17. Juni und des Rates am 4. Juli nehmen. Dann soll allerdings über die Ausbauvariante entschieden werden, um noch fristgerecht die Fördermittel aus dem Dorferneuerungsprogramm beantragen zu können.

Eine engagierte Diskussion gab es bei der Bürgerversammlung zu der Frage, ob die Keltenstraße als eine Haupterschließungsstraße anzusehen ist, wie es der Rat im Dezember beschlossen hatte, oder als eine Hauptverkehrsstraße für den Durchgangsverkehr. Die Kelzenberger argumentieren mit der erheblichen Belastung durch den Abkürzungsverkehr zur Autobahn, wogegen die Verwaltung bei durchschnittlich 1600 gezählten Fahrzeugen pro Tag von „einer geringen Belastung“ spricht. Für die Anlieger ist die Klassifizierung der Keltenstraße bedeutsam, weil sie für den Ausbau einer Hauptverkehrsstraße nicht beitragspflichtig wären. Duda machte aber klar, dass der Ratsbeschluss verbindlich sei.