Die Jüchener Feuerwehr möchte ein jährliches Fahrsicherheitstraining auch für ihre Jugendwarte anbieten.

Fahrtraining der Feuerwehr Jüchen : Wenn die Feuerwehr ins Schleudern kommt

Die Feuerwehr Jüchen möchte ihr Fahrsicherheitstraining auch auf die Jugendwarte ausweiten. Aber das Training kostet 5000 Euro pro Tag.

Auch die Feuerwehr kann mit ihren Einsatzfahrzeugen in brenzlige Situationen kommen. Alles muss schnell gehen, witterungsbedingt können die Straßen glatt, die Sicht schlecht sein. Bei jedem Einsatz ist die Unfallgefahr ein ständiger Begleiter. Deshalb setzte die Freiwillige Feuerwehr Jüchen jetzt zum ersten Mal ein Fahrsicherheitstraining an. Im Herbst, also pünktlich vor der kalten Jahreszeit, fand die jüngste Schulung statt. Auch im neuen Jahr soll wieder geübt werden, wie es sich zum Beispiel anfühlt, mit einem der großen Feuerwehrwagen ins Schleudern zu geraten.

Denn wenn der Meldeempfänger Alarm auslöst, dann zählt jede Sekunde, um schnell, aber trotzdem sicher und ohne Unfälle zunächst mit dem eigene Pkw zum Feuerwehr-Gerätehaus zu kommen und dann mit einem Einsatzfahrzeug auch widerrum schnell und sicher zur Einsatzstelle zu gelangen. Für die Maschinisten, wie die Fahrer der großen Feuerwehrwagen genannt werden, bedeutet die Fahrt zur Einsatzstelle eine hohe Verantwortung, wie Feuerwehrchef Heinz-Dieter Abels betont.

Deshalb wurde in diesem Jahr erstmals für zwölf Feuerwehrangehörige die Möglichkeit geschaffen, an einem Fahrsicherheitstrainings für Großfahrzeuge teilzunehmen. Aufgeteilt auf drei Löschfahrzeuge starteten die Feuerwehrleute unter Anleitung eines Trainers ihr Fahrsicherheitstraining, wo im Tagesverlauf verschiedene (gefährliche) Situationen geübt wurden. Unter anderem konnten die Maschinisten mit den bis zu 16 Tonnen schweren Feuerwehrfahrzeuge Erfahrungen sammeln bei Gefahrenbremsungen auf trockenem und nassem Untergrund, bei schnellen Richtungswechseln mit Slalomfahrten. Sie übten auch Kurvenfahrten auf nassem Untergrund und das Ausweichen vor plötzlich auftretenden Hindernissen.Gefahrenbremsungen im Kurvenbereich gehörten ebenfalls zum Trainingsprogramm.

Das Fazit der Teilnehmer sei positiv gewesen, denn durch solche Seminare bestehe die Möglichkeit, die Einsatzfahrzeuge auch in plötzlich auftretenden Gefahrensituationen sicherer zu beherrschen und einschätzen zu können, lautete die Bilanz. Im Übrigen haben die Maschinisten eine ganz besondere Verantwortung, weil sie bis zu acht mitfahrenden Kollegen in den Einsatzwagen dabei haben. Der Feuerwehrchef hatte mit seinem Pkw ein Fahrsicherheitstraining auf dem ADAC-Gelände in Grevenbroich absolviert und beschlossen, es auch zunächst den Fahrern der großen Einsatzwagen zu ermöglichen. „Aber das Training ist teuer, es kostet 5000 Euro am Tag“, gibt er zu bedenken. Dennoch sei nach Möglichkeit geplant, das Training im nächsten Jahr sogar auszuweiten und ebenfalls den Jugendwarten anzubieten. Diese hätten schließlich als Fahrer der Mannschaftswagen mit vielen Kindern und Jugendlichen eine besonders hohe Verantwortung. Abels will nun versuchen, über die Feuerwehrunfallkasse Fördermittel für das zu bekommen.

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