Die Jüchener Bürgerstiftung wirbt für ihre Stadtwette, um ihr Kapital auf 100.000 Euro zu erhöhen

Bürgerstiftung Jüchen : Die Stadtwette läuft nur zögerlich an

Mit Hilfe der Stadtwette will die Bürgerstiftung ihr Kapital auf 100.000 Euro bringen. Wer mindestens zehn Euro einzahlt, kann unter anderem einen Zeppelinflug oder eine Übernachtung im Hotel von Schloss Dyck gewinnen.

Für die Bürgerstiftung geht es bei der Wette, die sie mit Jüchens Verwaltungschef eingegangen ist, um eine ganze Menge - nämlich um 100.000 Euro. Umso enttäuschter ist Joachim Drossert, der Vorsitzende der Bürgerstiftung, dass die Wette nur sehr schleppend angelaufen ist: „Wir haben zwar überall plakatiert, und unsere Stadtwette läuft auch noch bis Dezember, aber die Resonanz könnte größer sein“, wünscht sich Drossert.

Dabei hatten er und Bürgermeister Harald Zillikens zum Start der Wette im Juni durchaus Anreiße zu verkünden, weshalb es sich für jeden Jüchener lohne, bei der Wette mitzumachen. Denn Einzahlungen ab zehn Euro nehmen an einer Verlosung teil, bei der es unter anderem Zeppelin-Flüge, Übernachtungen im Hotel von Schloss Dyck und Jahreskarten für den Schlosspark zu gewinnen gibt.

Ziel der Stadtwette ist es, das Stiftungskapital der Bürgerstiftung um 13.000 Euro zu steigern, um damit auf die runde Summe von 100.000 Euro zu kommen. Die Bürgerstiftung veranstaltet diese Wette im Rückblick auf ihr zehnjähriges Bestehen, das sie im vergangenen Jahr feierte. Besonders an dieser Wette ist auch der Einsatz, den Drossert und Zillikens gemeinsam erbringen wollen: Sie wollen jeweils zehn Sozialstunden für einen Verein oder eine gemeinnützige Organisation in Jüchen leisten. „Bis zum 31. Dezember diesen Jahres soll die magische 100.000er Marke erreicht sein“, hofft Drossert und fügt hinzu: „Wir hoffen, dass jeder Jüchener Bürger mindestens einen Euro spendet und das Ziel so erreicht werden kann.“ Dann wollen Drossert und Zillikens wahrscheinlich sogar gemeinsam ihre Sozialstunden ableisten. Sie denken dabei an einen Einsatz in einem der Altenheime in Jüchen.

Allerdings müsste zuvor noch einmal ordentlich für die Stadtwette geworben werden, gibt Drossert zu. „Wir überlegen, wie wir das machen können, aber wahrscheinlich geht es nicht ohne die persönliche Ansprache“, überlegt der Vorsitzende der Bürgerstiftung und nennt ein Vorzeigebeispiel, wie dies gelingen kann: „Rosi Bruchmann hat in ihrer Nähstube an der Weyerstraße Listen für die Stadtwette ausliegen. Und sie spricht jeden, der zu ihr kommt, persönlich an und fragt, ob man schon bei der Wette mitgemacht hat“, berichtet Drossert. Er hoffe, dass sich noch weitere Geschäfte vor Ort finden ließen, wo derart intensiv für die Aktion der Bürgerstiftung geworben werde.

Allerdings meint Drossert den Grund zu erahnen, weshalb die Stadtwette bislang so zögerlich angelaufen ist: „Uns gibt es zwar jetzt schon seit mehr als zehn Jahren, aber immer noch wissen viele Jüchener nicht, was die Bürgerstiftung eigentlich ist und was wir tun“, bedauert der Vorsitzende. Die Bürgerstiftung hatte im Gründungsjahr 2008 mit einem Stiftungskapital von 53.700 Euro begonnen. Mittlerweile sind es 87.000 Euro. Das Stiftungskapital sollte ursprünglich durch Zinsen anwachsen, was allerdings inzwischen bei den Niedrigzinsen für die Stiftung keine Option mehr ist. Nun wird durch risikofreie Anleihen - und jetzt durch die Wette - versucht, das Stiftungskapital zu mehren. Für die Aktionen tastet der Vorstand das Stiftungskapital aber nicht an. Ausgegeben wird immer nur der Betrag, der auch durch Spenden hereinkommt.

Die Bürgerstiftung unterstützt zahlreiche Projekte in den heimischen Schulen und Kindergärten, sie lobt den Bürgerpreis, fördert das Internationale Gitarrenfestival in Jüchen, finanziert Aktionen in Altenheimen. Und sie beschenkt jedes Jahr vor Weihnachten bei ihrer Wunschbaumaktion zahlreiche Kinder aus bedürftigen Familien.

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