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Die Jecken erstürmen das Rathaus in Jüchen

Karneval in Jüchen : Die Jecken erstürmen das Rathaus

Bürgermeister Zillikens übergab den Stadtschlüssel ans Kinderprinzenpaar der „Nökercher Jecke“. Ein Entkommen gab es für ihn nicht, er war zeitweise gefesselt. Und er ernannte die Hochneukircher Garde zur ersten Tanzgarde der Stadt.

Jetzt haben in der Stadt Jüchen die Jecken bis Aschermittwoch das Sagen – tanzend haben sie sich den goldenen Rathausschlüssel als Symbol der Macht im Rathaus erobert. Damit Bürgermeister Harald Zillikens ganz bestimmt kapituliert, hatte die Karnevalsgesellschaft „Nökercher Jecke“ ein dickes, blaues Abschleppseil mitgebracht. Mit dem fesselte das Hochneukircher Kinderprinzenpaar Nele Both (10) und Bastian Kranz (12) den Bürgermeister vorsorglich. Den Karnevalisten zu entkommen war ihm, der den Rathaussturm selbst im Jahr 2010 ins Leben gerufen hatte, nicht mehr möglich.

Annette Pega, Vizechefin der „Nökercher Jecke“, hatte eine launige Rede parat, in der sie sich über die Stadtwerdung Jüchens Gedanken machte und jede Menge Verbesserungsvorschläge bereit hielt. „Nur Kaufhäuser fehlen noch. Die City wird nach Jüchen kommen – vielleicht findet sich zwischen Schwimmbad und Arener Feld noch Platz für Kaufhof, Karstadt und Modewelt.“ Und Annette Pega fragte: „Doch was wird uns die Zukunft bringen – teurer wird’s in allen Dingen? Dann, mein lieber Bürgermeister, zieh dich warm an, wenn wir 2020 zum Rathaussturm kommen dann.“ Harald Zillikens versprach in aussichtsloser Situation, dass die Steuern in Jüchen nicht steigen – zumindest nicht im ersten Jahr.

Ausgelassene Stimmung herrschte beim Altweiberball in Hochneukirch. Für Musik sorgte „Turbo-DJ Ernie“ alias Bernd Müller (oben, 2.v.l.). Foto: Georg Salzburg(salz)

Den Schlüssel übergab der Bürgermeister an das Kinderprinzenpaar: „Gegen Euch habe ich keine Chance“, erklärte er. Weiter ging es im Rathaus mit Garde- und Showtänzen der Hochneukircher Garde, die kurz zuvor zur „Ersten Tanzgarde der Stadt Jüchen“ ernannt wurde. Die Verwaltung hatte für Bewirtung der „Stürmer“ und aller Anwesenden gesorgt – und das waren laut Annette Pega „viel mehr Jecke als in früheren Jahren“. Das bunt dekorierte Rathausfoyer bot den idealen Rahmen für den Start in die heiße Phase des Karnevals. Andrea Peters vom Ordnungsamt erschien als „Böser Wolf“, Birgit Henschke vom Haupt- und Personalamt als Pierrot und Mitarbeiterinnen vom Sozialamt als lustige „Häschen“. Leider gab es keine Krawatten. Um sie abzuschneiden, hatte das Hochneukircher Kinderprinzenpaar extra eine Schere mitgebracht.

Nachmittags ab 14.11 Uhr stieg dann die Altweiberfete der „Nökercher Jecke“ im Festzelt am Hochneukircher Schützenhaus. Was 2008 klein und bescheiden als „Wievertreff op der Maat“ zwischen den Marktständen begonnen hatte, ist längst eine erfolgreiche Party geworden. Etwa ab 16 Uhr wurde es gemütlich voll im Festzelt, denn viele Berufstätige kamen erst nach Dienstschluss dazu.

Natürlich trat auch wieder das Kinderprinzenpaar Nele Both und Bastian Kranz mit allen drei Garden der „KG Nökercher Jecke“ auf. Später waren bis gegen 22 Uhr „DJ Schürzenjäger“ und die Kölsche Rockband „Fressköpp“ die Stimmungsgaranten bei der Altweiberfeier. Julia Honnekamp aus Hochneukirch genoss die Riesenfete in Hochneukirch und erklärte: „Früher war ich immer in Köln – aber Köln gefällt mir nicht mehr.“