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Die Gesamtschule Jüchen fordert jetzt finanzielle Hilfe zur Digital-Ausstattung für alle Schüler

Gesamtschule Jüchen : Zugang zur Digital-Welt für alle

Beziehungsarbeit geht nicht ohne Präsenzunterricht, heißt es aus der Gesamtschule Jüchen. Zwei Pädagogen berichten von ihren positiven Erfahrungen, die sie seit der Rückkehr der zehnten Klassen in die Schule gemacht haben.

Mit einem Plädoyer für den Präsenzunterricht melden sich jetzt Susanne Schumacher, Leiterin der Jüchener Gesamtschule, sowie ihr Vertreter Elmar Welter. Sie widersprechen damit der Auffassung des Leiters eines Norfer Gymnasiums, der Digitalunterricht würde den Präsenzunterricht vollwertig ersetzen. Die beiden Jüchener Pädagogen vertreten genau das Gegenteil, nachdem sie seit der Rückkehr der zehnten Klassen in die Schule „außerordentlich positive Erfahrungen gemacht haben“, wie Schumacher betont. Sie fordert allerdings auch: „Der Zugang zu digitalen Endgeräten muss gewährleistet werden, damit kein Kind abgehängt wird.“

Die Gesamtschule sei digital schon vor der Schulschließung sehr gut aufgestellt gewesen. „Seit dem 16. März wurde diese Möglichkeit nun konsequent genutzt und ausgebaut, wir haben nicht umsonst das Siegel ‚digitale Schule’ verliehen bekommen,“ erinnert die Schulleiterin, die aber auch Grenzen in diesem System sieht. Seit dem 27. April besucht die Jahrgangsstufe zehn wieder die Gesamtschule, um ihre Schulabschlüsse vorzubereiten. „Sicherlich hätten wir auch weiterhin die digitalen Strukturen nutzen können. Man darf aber nicht die Beziehungsarbeit und die weiterführenden Kompetenzen wie Sozialkompetenz und Personalkompetenz vergessen,“ betont Schumacher.

Die meisten Schüler seien froh, wieder zur Schule kommen zu dürfen. Die Lehrer vermittelten den Jugendlichen vor der Abschlussprüfung neben der inhaltlichen Komponente auch mehr Sicherheit, als es im  Home-Schooling möglich gewesen sei. „Es war sinnvoll, die Schule wieder zu öffnen“, sagt der stellvertretende Schulleiter und fügt hinzu: „Wir haben es geschafft, den Bedürfnissen der Schüler entgegen zu kommen und gleichzeitig den Infektionsschutz und die Hygienebestimmungen abzudecken. Die Jahrgangsstufe zehn geht sehr verantwortungsbewusst mit der ungewohnten Situation um. Auch das ist ein Lernprozess, der gerade stattfindet.“ So hofft die Schulleitung darauf, dass in naher Zukunft auch weitere Jahrgänge in den Genuss eines Präsenzunterrichtes kommen werden. Ein entsprechendes Konzept sei entwickelt. Aber dafür müssten Land, Bund und Stadt dafür sorgen müssen, dass alle Schüler mit den gleichen Voraussetzungen für den  Zugang zu digitalen Endgeräten und digitaler Infrastruktur in der Schule und zu Hause ausgestattet seien. „Wir brauchen Mittel, die es allen Eltern ermöglicht, ihrem Kind einen Zugang zu einem Endgerät zu bieten. Tablets oder Notebooks  werden nun zu einem ebenso notwendigen Mittel wie Schulbücher, Hefte und Stifte“, sagt die Schulleiterin und fordert: „Wir müssen sicher stellen, dass kein Kind auf der Strecke bleibt, wenn die Mischung zwischen digitalem Unterricht und Präsenzunterricht noch bis weit ins nächste Schuljahr hinein den Schulalltag bestimmen wird. Wir können nicht darauf warten, dass die Anträge des Digitalpaktes bis 2021 gestellt werden. Wir brauchen die Unterstützung möglichst sofort.“