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Die Bildhauerin Renate Fellner aus Jüchen schreibt jetzt auch Bücher

Galerie Fellner in Kamphausen : Renate Fellner schreibt jetzt auch

Die Bildhauerin stellte in ihrer Galerie in Kamphausen ihr erstes Buch vor.

„Verwelkte Rosen pflückt man nicht im Frühling“, heißt der Band mit Kurzgeschichten von Renate Fellner. Er war im vergangenen Jahr erschienen. Jetzt lud sie in ihrem Atelier zu einer Lesung ein – und hatte ein diskutierfreudiges Publikum. Um es vorweg zu nehmen: Ihre Geschichten kamen sehr gut an. „Heute geht es nicht um meine Skulpturen, sondern um das Wort – das geschriebene Wort“, erklärte die Autorin und Künstlerin, die ihre Kurzgeschichten auch „Miniaturen“ nennt.

„Schreiben ist spannend“, sagte sie und die Zuhörer merkten schnell, dass auch die Geschichten aus der Feder der Bildhauerin spannend sind – und immer wieder auch ergreifend. Da war zum Beispiel der Clown mit dem ungewöhnlichen Namen IT – das steht für „Immer traurig“. Seine Eltern hatten ihn in einem Zirkus zurückgelassen, er sollte sich später schwarze Tränen auf das Gesicht malen. Die Geschichte ging gut aus. Renate Fellner verriet, wie man mit ihren Texten umgehen sollte: „Meine Kurzgeschichten sind Eckpfeiler für die eigene Fantasie, man kann ihnen eigene Impulse geben.“

Faszinierend sei es zum Beispiel, ein ganzes Leben in ein paar Zeilen unterzubringen. Meistens geht es um Menschen mit ihren spezifischen Befindlichkeiten, gerne um Glück, aber auch um schwere Zeiten. „Die Figuren in ihren Geschichten haben nichts Gekünsteltes“, erklärte ein Zuhörer. Eine Zuhörerin gestand, dass ihr das eine oder andere trotz der Absicht, Raum für eigene Interpretationen zu lassen, hier und da zu konkret sei. Renate Fellner hatte ein ebenso aufmerksames wie diskutierfreudiges Publikum, also genau das, was sich eine Schriftstellerin nur wünschen kann. Das Leichte und das Schwere haben offenbar Platz zwischen den Buchdeckeln von „Verwelkte Rosen pflückt man nicht im Frühling“.

Die Autorin gab zwar zu verstehen, dass die Geschichten in aller Regel nichts mit ihrer Vita zu tun hätten. Aber diejenigen Besucher, die Renate Fellner gut kennen, dürften ganz genau gewusst haben, wer gemeint war mit Formulierungen wie „in der ersten Zeit danach fühlte sie Watte und Trauer“: