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Jüchen: Die Adam-Ries-Straße wird neu gepflastert

Jüchen : Die Adam-Ries-Straße wird neu gepflastert

Ab Montag wird das mit Schadstoff belastete Bettungsmaterial ausgetauscht. Gemeinde und Baufirma einigten sich außergerichtlich.

Seit gestern ist ein Rechtsstreit um kontaminiertes Baumaterial an der Adam-Ries-Straße im Auenfeld vom Tisch: Die Gemeindeverwaltung hat sich mit dem Projektentwickler West GkA und der Tiefbaufirma Anton Küpper außergerichtlich geeinigt. Diese Erkelenzer Baufirma übernimmt nun auch die Pflastersanierung im Baugebiet.

Zu den Konditionen wollte sich Bürgermeister Harald Zillikens gestern bei einer Pressekonferenz nicht äußern. Er zeigte sich zufrieden, dass "für die Anwohner eine schnelle Lösung" gefunden wurde. Was nach seiner Einschätzung gegen den Klageweg gesprochen hätte: "Zu lang, zu teuer - und ein offenes Ende."

Die Gemeinde Jüchen ist dabei kein Einzelfall: Auch im Neubaugebiet Grevebroich-Kapellen wurde minderwertiges Material verbaut und musste ausgetauscht werden.

Unter dem Straßenpflaster an der Adam-Ries-Straße waren am 15. März diesen Jahres erhöhte Wert für die Schwermetalle Antimon, Blei, Kupfer, Molybdän, Zink und Zinn gemessen worden. "Bis heute wissen wir nicht, ob dieses Material wissentlich oder unwissentlich eingebaut wurde oder ob der Fehler beim Lieferanten liegt", so der Bürgermeister. Das Landeskriminalamt hatte die Jüchener Verwaltung im Februar über eine mögliche Belastung informiert - die Ermittler waren durch einen Lieferschein zu dem Schluss gekommen, dass bei den Pflasterarbeiten vor fünf Jahren ein anderes als das bestellte Bettungsmaterial verwendet wurde.

Die damals wichtigste Nachricht für die Anwohner: Solange das Material versiegelt bleibt, besteht keine Gesundheitsgefahr. Die Verwaltung hatte zudem den Anliegern der Adam-Ries-Straße angeboten, Proben aus ihren Vorgärten auf Schadstoffe untersuchen zu lassen. "Zehn Anwohner haben dies genutzt. Bei zweien wurden geringfügige Belastungen festegestellt, das Material wurde ausgetauscht", sagte technischer Dezernent Oswald Duda.

Am kommenden Montag wird die Tiefbaufirma die Baustelle einrichten. Spätestens ab Dienstag wird das Betonpflaster dann ausgebaut und abtransportiert werden. Die darunter liegende verunreinigte schicht muss mit einem Saugbagger abgetragen werden: "Das Material wird mit diesem Gerät aufgenommen, in verdeckte Container verladen, die direkt zur Deponie gebracht werden", erläuterte Harald Zillikens. Ursprünglich war geplant, das Pflaster lediglich zu reinigen und wieder zu verlegen. Stattdessen wird es jetzt vollständig ausgetauscht. Mit dem Umweltamt des Rhein-Kreises hat die Gemeinde einen Arbeits- und Sicherheitsplan erstellt.

Um auszuschließen, dass erneut verunreinigte Baustoffe verwendet werden, will die Verwaltung vorbeugen: Die neuen Materialien werden zunächst an der Baustelle zwischengelagert und - noch vor dem Einbau - von einem Tiefbau-Mitarbeiter aus der Gemeindeverwaltung untersucht.

"Wenn das Wetter mitspielt, rechnen wir damit, dass die Sanierung bis zum 19. Dezember abgeschlossen ist", kündigt Oswald Duda an.

(NGZ)