Der trockene Sommer hat Schäden auf dem Dycker Feld und im Park von Schloss Dyck hinterlassen

Das Dycker Feld : Trockenheitsschäden auch am Schilf-Feld

Die Folgen des trockenen Sommers zeigen sich auf dem Dycker Feld und im Park von Schloss Dyck. Alte Bäume vertrocknen von der Krone abwärts. Beim Gras wird auf Tiefwurzler umgestellt, die sich bei Regen schnell erholen.

„Nackt“ und bloß liegt es jetzt da: das Dycker Feld. Das Schilf-Meer muss einmal im Jahr gemäht werden und bietet dann für wenige Wochen den freien Blick auf das riesige Areal, das allerdings längst wieder zugewachsen sein wird, wenn im September dort das große Familienfest in Kooperation von Rhein-Kreis Neuss, Stadt Jüchen und Stiftung Schloss Dyck wieder stattfinden wird. Doch anders als in den Vorjahren war das Miscanthusfeld vor dem Mähen nicht annähernd so hoch gewachsen, wie es Schlossparkleiter Berthold Holzhöfer gewohnt ist. Der extrem trockene Sommer habe beim Schilf Spuren hinterlassen, stellt der Experte fest.

So sei das Chinaschilf am Schloss, wie der Miscanthus auch genannt wird, diesmal nur zwischen 2,50 bis maximal 2,80 Meter hoch geworden. In normalen Vegetationsperioden mit ausreichendem Regenfall werde das Schilf drei bis 3,50 Meter hoch, berichtet Holzhöfer. Der Boden sei aber völlig ausgetrocknet, da es auch im Winter und im bisherigen Frühjahr nicht genügend Niederschlag gegeben habe: „Wir haben im Schlosspark schon wieder begonnen, zu bewässern“, sagt der Parkleiter und gibt zu, durchaus besorgt zu sein: „Wenn wir noch einen so trockenen Sommer bekommen, dann trifft uns das mit voller Härte und wir werden vor allem im Altbestand große Ausfälle bei unseren Bäumen haben.“ An den Kronen der alten Bäume seien die ersten Schäden erkennbar: „Die Bäume trocknen von der Krone abwärts aus“, weiß Holzhöfer. Man habe zwar vor allem im neuen Japangarten währen des heißen Sommers fast rund um die Uhr die Bewässerung laufen lassen. „Ich bin mal gespannt auf die Endabrechnungen fürs Wasser und auch auf die Stromrechnung für die Wasserpumpen, wenn die bald kommen“, meint der Parkleiter. Aber jüngst beim Setzen neuer Pflanzen sei wieder aufgefallen, wie wenig die Dauerbewässerung trotzdem habe bewirken können: „Wir haben ein Meter tief gegraben, und da war immer noch alles knochentrocken.“

Gefällt werden zur Zeit auch einige Rotbuchen an der Straße, die am Schloss vorbeiführt. Die Baumfällungen seien aber nicht von der Parkleitung veranlasst, sondern von Straßen.NRW, wie Holzhöfer weiß und weiter berichtet: „Diese Buchen müssen auch tatsächlich gefällt werden, denn sie sind sehr stark von einem Baumpilz befallen.“ Sollten sich die heißen und lange trockenen Sommerzeiten weiterhin mehren, dann denkt Holzhöfer bei Neuaufforstungen im Schlosspark auch darüber nach, bestimmte Baumarten nicht mehr anzupflanzen. In seiner Heimat im Sauerland werde bereits auf die Kultivierung von Fichten verzichtet und auf Douglasien umgestiegen. Auch bei den Rasenflächen müsse umgedacht werden. Die mussten bei den Classic Days teilweise sogar gesperrt werden, und wegen der Trockenheit war ein Rauchverbot auch im Freien verfügt worden. Deshalb werde auf Rasensorten umgestellt, die Wurzeln bis zu 80 Zentimetern Länge haben. Solche Tiefwurzler erholten sich von der Dürre oft schon nach dem ersten Regenfall.

Besuchern des Schlossparks wird zudem auffallen, dass aktuell auf der Fläche neben dem „Botanica“-Restaurant der ehemalige Küchengarten des Schlosses wieder hergestellt wird. Dort sollen laut Holzhöfer auch alte lokale Gemüsesorten wieder angebaut werden, wie beispielsweise eine Wirsingsorte namens „Bonner Advent“. „Bevor der Spargel in die Region kam, war dieser Wirsing, der absolut köstlich schmeckt, hier die lokale Spezialität“, berichtet Holzhöfer über das Gemüse, das dann bald mit der gesamten, übrigen Ernte in der Schloss-Gastronomie weiterverarbeitet werden soll.

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