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Der Stadtsportverband Jüchen fordert mehr Haushaltsmittel für die durch Corona belasteten örtlichen Sportvereine

Jüchener Sportvereine in Corona-Zeiten : Finanzspritzen für durch Corona belastete Sportvereine gefordert

Von Stadt und Politik erwartet der Stadtsportverband mehr finanzielle Hilfen. Vorschläge sind der Gebührenerlass für die Sportstättennutzung und höhere Zuschüsse für die Anschaffung von Sportgeräten.

Auch nach dem Lockdown und manch einer in Jüchen geschaffenen Lockerung der Corona-Auflagen befinden sich die örtlichen Sportvereine noch in einer Krisensituation. Sie befürchten, dass die Mitglieder ausbleiben, und die Finanzierung sowie auch die personelle Besetzung auch des Sportstättenbetriebs wird zusehends schwerer. Heinz Kiefer, der Vorsitzende des Stadtsportverbandes (SSV), hat konkrete Vorstellungen, wie Verwaltung und Politik die örtlichen Sportvereine in der Corona-Krise unterstützen könnten und sollten.

Er fordert von Stadt und Politik mehr Haushaltsmittel für den Sport und sagt: „Konkrete Maßnahmen wären die Reduzierung oder sogar der Erlass der Nutzungsgebühren für Sportstätten für die Dauer der Nicht-Nutzung.“ Auch eine Erstattung der bisher gezahlten Gebühren während der Corona-Zeit sollte laut Kiefer in Betracht kommen. Er fordert zudem, Haushaltsmittel für die Beschaffung von Desinfektionsmitteln sowie für zusätzliche Sportgeräte zur Verfügung zu stellen.

„Die bisherigen Mittel für das Jahr 2020 sind verbraucht. Nach derzeitigem Stand erhalten Vereine für 2020 keinerlei finanzielle Unterstützung mehr“, beklagt der SSV-Vorsitzende. Im Sportausschuss seien zudem Anträge auf Zuschüsse für die Beschaffung der Sportgeräte von 30 auf 24,70 Prozent reduziert worden. Das habe sich schon negativ auf die Vereine ausgewirkt.

Und Kiefer fordert die Stadt zur verwaltungsrechtlichen Prüfung auf, ob für den SSV ein Stimmrecht im Sportausschuss eingeräumt werden kann. Bislang kann der Sportverband für den Fachausschuss lediglich Anträge stellen.

Der SSV-Vorsitzende hatte (wie berichtet), auch die Jüchener Wahlkandidaten nach ihren Vorstellungen für Hilfeleistungen in der Corona-Zeit für die Sportvereine gefragt. Die hatten durchweg individuelle Hilfen befürwortet, die auf den jeweiligen Fall und Verein geprüft werden sollten. Dazu sei auch Gesprächsbereitschaft signalisiert worden, freut sich Kiefer, der aber auch bedauert: Es werde zwar von einer Förderung der örtlichen Sportvereine gesprochen, aber zugleich darauf verwiesen, die Stadt habe dafür keine Haushaltsmittel, sie sei personell überfordert, die Vereine müssten sich sozusagen selbst um ihre Probleme kümmern. Allerdings sei die Diskussionsbereitschaft über eine Gebührensenkung signalisiert worden.

Stellung nimmt Kiefer auch zu dem „Investitionspakt zur Förderung von Sportstätten 2020 und 2021“. Für Jüchen stelle sich die Frage, ob es dazu bei Verwaltung und Politik konkrete Überlegungen oder Planungen zum Abruf von Finanzmitteln gebe. „Ein umfassendes Sportstättenkataster wäre dazu sicherlich äußerst hilfreich. Man darf gespannt sein, ob und wie viele Finanzmittel die Stadt hier abrufen wird“, sagt der SSV-Vorsitzende.

Und Heinz Kiefer informiert: Förderanträge für den Investitionspakt 2020 seien noch bis zum 16. Oktober 2020 und Förderanträge für den Investitionspakt 2021 bis zum 15. Januar bei der Bezirksregierung zu stellen.