Der letzte Männergesangverein in Jüchen wird 120 Jahre alt

Vereine in Jüchen : Der letzte Männerchor Jüchens wird 120 Jahre alt

Der MGV „Eintracht Hoppers“ ist der einzige noch bestehende Männergesangverein in Jüchen. Nun feiert er runden Geburtstag.

Sein 120-jähriges Bestehen begeht der Männergesangverein (MGV) „Eintracht Hoppers“ in diesem Jahr. „Wir sind der letzte Männergesangverein auf Jüchener Gebiet“, berichtet Hartmut Strommenger, der seit fast zehn Jahren der Vorsitzende ist. „Wenn man überlegt, welche Chöre schon längst nicht mehr existieren, ist die Entwicklung unseres Chores mit derzeit 23 Sängern äußerst positiv.“ Zum Auftakt des Jubiläumsjahres hatten die Sänger im Januar erstmals den traditionellen Mundartabend des Bundesschützen- und Heimatvereins Jüchen mit zwei mundartlichen Liedern eröffnet

Genau genommen reicht die Geschichte des MGV wesentlich weiter als diese 120 Jahre zurück, denn lange vor dem im Jahr 1899 von 20 Mitgliedern gegründeten Verein hatte es nachweislich in Hoppers einen Gesangverein gegeben, der sich „Eintracht“ nannte.

Wenn auch einige der Sänger verhältnismäßig betagt sind, ist das Repertoire des Vereins doch moderner geworden, Strommenger erläutert: „Wir haben längst schon Lieder eingeübt, die sich nicht mehr nur um das althergebrachte Repertoire drehen.“ So können seine Sänger durchaus Titel von den „Höhnern“, Songs aus „Cats“ wie „Memory“ oder aus „Phantom der Oper“ wie „The Music oft he Night“ präsentieren.

Strommenger erzählt weiter: „Zu unserem Gesangverein gehört traditionell viel Geselligkeit dazu. Das zeigt sich insbesondere bei unserer alljährlichen Sängerfahrt.“ Diesmal soll es im September nach Thüringen gehen.

In den 1950er Jahren wurde die Kirmes der Orte Hoppers, Wey, Waat und Dürselen am vorletzten Septemberwochenende im Saal Lichters mit einem Ball sowie einem Klompenball vom Gesangverein arrangiert. Erst 1962 übernahm die Freiwillige Feuerwehr Waat die Ausrichtung im Zelt. Seit 1982 stemmte die „Dorfgemeinschaft Wey- Hoppers“ in Wey das beliebte „Scheunenfest“ als Alternative zur Kirmes. Auch beim „Scheunenfest“ hatte der MGV traditionell einen großen Auftritt. Dieses Scheunenfest ist inzwischen viel kleiner und richtig gemütlich geworden. „Wir veranstalten es in erster Linie nur noch für unsere eigenen Dorfbewohner“, erklärt Wilhelm Dauben, der Vereinschef der „Dorfgemeinschaft“, der zugleich stellvertretender Geschäftsführer im MGV ist.

Zum Proben stand bis Ende der 1980er Jahre das Gemeindehaus neben der ehemaligen Schule zur Verfügung, es bildete auch einen würdigen Rahmen für Konzerte. Damals wie heute bringen sich die Sänger von „Eintracht“ ehrenamtlich ins kulturelle Leben ihrer Heimat ein. So bei den Festlichkeiten zum Volkstrauertag in Waat und Kelzenberg, im Mai beim „Tag des Brandschutzes“, beim „Seniorentag“ der Dorfgemeinschaft Wey-Hoppers sowie bei vorweihnachtlichen Konzerten in den Jüchener Seniorenheimen. Zudem bietet der MGV seit fast 70 Jahren bei jedem Wetter am zweiten Adventwochenende Konzerte als „Open Air Veranstaltung“ an geschmückten Tannenbäumen der kleinen Ortschaften Aldenhoven, Kelzenberg, Schaan, Dürselen, Waat und Wey. Dann fahren die Sänger mit ihrem Chorleiter Robert Büscher im gecharterten Bus von Dorf zu Dorf. Früher waren auch die jetzt nicht mehr existierenden Männergesangvereine „Eintracht Aldenhoven“, „Germania Garzweiler“ sowie bis 2004 der „Posaunenchor Kelzenberg“ mit dabei. Die Sänger von „Eintracht Hoppers“ möchten diesen Brauch beibehalten.

Mehr von RP ONLINE