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Jüchen: Der furchtlose Missionar aus dem Nikolauskloster

Jüchen : Der furchtlose Missionar aus dem Nikolauskloster

Pater Hans Ziffelts kämpfte gegen das Militär in Paraguay und lebte viele Jahre in Rom.

Wer im Nikolauskloster oder auch bei Beerdigungen den tief gläubigen Pater Hans Ziffelts erlebt hat, spürt genau: Dieser Theologe kennt die Welt, das Leben — und er möchte den Menschen helfen, Orientierung und Halt zu finden. Pater Ziffelts hält keine langen Predigten — sie wirken schlicht und pragmatisch, haben es dennoch in sich und kommen an. "Der Schwerpunkt meiner Verkündigung ist Jesus und seine Botschaft", sagt Ziffelts klar.

Geboren wurde er in Schiefbahn. Am 1. November hat Ziffelts sein 78. Lebensjahr vollendet. Für ihn als Sohn eines einfachen Fabrikarbeiters war das Thema Abitur eigentlich weit weg. Aber dann eröffnete das Kloster Schiefbahn ein Gymnasium mit zwei Jahrgangsstufen. Pater Ziffelts sagt schmunzelt: "Damals ergriff ich die Chance und war sozusagen ein Spätberufener." 1958 machte er Abitur im Nikolauskloster. Und dort ist er seit sechs Jahren zur Verstärkung des Seelsorger-Teams wieder als Geistlicher tätig. Dazwischen freilich liegen viele andere Stationen.

Nach dem Noviziat im Kloster Engelport (bei Karden an der Mosel) verbrachte Ziffelts ein siebenjähriges Studium während des zweiten Vatikanischen Konzils in Rom. "Hier hatte ich das Glück, Weltkirche live und den Aufbruch der Kirche während des Konzils erleben zu dürfen", erzählt er — und dass ihn diese Zeit sehr geprägt hat. Denn in Rom hörte er viele Gespräche über die Probleme der Menschen in den Ländern Südamerikas. 1965 wurde Hans Ziffelts in Rom zum Priester geweiht und durfte dann — seinem Wunsch entsprechend — in Paraguay tätig werden. "Wir gaben den Campesinos Hilfe zur Selbsthilfe", sagt Ziffelts.

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Er berichtet von Konflikten nicht nur mit Großgrundbesitzern. Nicht ungefährlich: "Ich habe mich sogar mit den Militärs angelegt." Eine der Kernfiguren war damals der von vielen gefürchtete General und Diktator Alfredo Stroessner, in dessen Beisein und vor laufenden Kameras Pater Hans Ziffelts grundsätzlich nicht den Segen erteilte, denn: "Ich wollte nicht den Eindruck erwecken, dass Politik und Kirche zusammenarbeiten." Nach zehn Jahren kam für Ziffelts der körperliche und nervliche Zusammenbruch. Das war 1976.

Kaum genesen engagierte er sich von Deutschland aus für Krisengebiete und kehrte 1987 zurück in die Seelsorge. Seit 2006 lebt Pater Hans Ziffelts wieder im Nikolauskloster und beeindruckt durch sein "Anders-Sein". "Ich wäre heute nicht der, wenn ich in meinem Leben nicht so viele Erfahrungen gemacht hätte", erklärt der Pater.

(RP/rl)