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Der ADFC Jüchen plant eine Radtour zu den äußersten "Zipfeln" in Deutschland

ADFC Jüchen : Radeln bis zu den „Zipfeln“ Deutschlands

Der Jüchener Gunter Kalinka hat seinen „Testlauf“ für eine zweiteilige Radtour zu den äußersten „Zipfeln“ bestanden. Er radelte 229 Kilometer von Jüchen bis Trier in nur einem Tag. Er ermuntert auch andere Senioren zum Radfahren.

Immer mehr Deutsche entdecken das Radfahren für sich. Das gilt auch für Senioren. Mittlerweile sollen 78 Millionen Deutsche mit dem Fahrrad zur Schule, zur Arbeit fahren, oder eben ihre Freizeit auf dem Rad verbringen. Und jedes Jahr kommen Hunderttausende neuer E-Bike-Besitzer und -Fans hinzu. Einer von ihnen ist der 71-jährige Gunter Kalinka aus Jüchen.

Er ist nicht nur Sprecher des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs (ADFC) in Jüchen, er nutzt auch sein Dasein als Aktivrentner, um seine körperlichen und mentalen Fitnessgrenzen bei anspruchsvollen Touren auszuloten. Und er organisiert jetzt auch für einen kleinen Kreis von „Hardcore“-Seniorenradlern Touren zu den nördlichsten, östlichsten, südlichsten und westlichsten „Zipfeln“ Deutschlands. Dabei hat er eine Botschaft: „Viele ältere Menschen sind viel leistungsfähiger als sie meinen. Es fehlt oft nur der Mut“, stellt er fest. Deshalb sei der ADFC Jüchen jetzt auch Kooperationspartner für das Seniorennetzwerk 55plus Jüchen geworden und biete an jedem ersten und dritten Dienstag gemeinsame Radtouren in der näheren Umgebung an, berichtet Kalinka.

Gemeinsam mit Dieter Welz und Willi Leyh aus Neuss und Walter von der Forst aus Mönchengladbach will der Jüchener noch in diesem Jahr mit der ersten Etappe der sogenannten „Zipfeltour“ zu den „Endpunkten“ der Republik von Selfkant bis Görlitz starten. Die zweite Etappe von Sylt bis Oberstorf soll dann 2020 von den 70 bis 77-Jährigen geradelt werden. Die T-Shirts mit der Aufschrift „Auf zu den Zipfeln“ seien schon bestellt, erzählt Kalinka. Und wenn die vier agilen Senioren die insgesamt 800 Kilometer der Tour geschafft haben, dann werden sie auch vier Einträge im sogenannten „Zipfelpass“ nachweisen können: ein Dokument, das Kalinka schon von seiner Tour aus dem Jahr 2010 vorweisen kann.

Jeder der vier Teilnehmer bereitet sich laut Kalinka selbst auf die Anforderungen der Zipfeltour vor. Für den Jüchener gehörte sozusagen zum Training jetzt eine ganz besondere Leistung. Er hat an einem Tag die Strecke von Jüchen bis Trier-Ruwer, das sind 229 Kilometer, geschafft.

Los ging es um 5.40 Uhr in Jüchen, am Ziel traf er um 21 Uhr in Trier-Ruwer ein. Dort wartete seine Frau bereits auf ihn, die mit dem Pkw vorgefahren war, um ihn dann samt E-Bike auch wieder nach der Übernachtung nach Jüchen zu bringen: „Mann sollte gerade als älterer Radfahrer immer eine Rückversicherung haben und vor allem auch seine Grenzen kennen“, betont der 71-Jährige.

Allerdings meisterte der durchtrainierte Radfahrer die Strecke problemlos. Er hatte die Tour im Frühjahr 2018 schon einmal gemacht, allerdings mit einer Zwischenübernachtung. Nun ging es „in einem Rutsch“ von Jüchen durch bis in den kleinen Ort bei Trier, wo Verwandte von Kalinka wohnen. Das Wetter sei auf dem Hochwald-Radweg nahezu optimal gemesen, berichtet er. Und er erzählt: „Bei Kyllburg steckte ich wegen einer auch als Fußgänger nicht passierbaren Baustelle einmal fest und musste fünf Kilometer zurückfahren.“ Seine Durchschnittsgeschwindigkeit lag bei 18,1 km/h. So habe er sogar eine halbstündige Pause mit Pasta in Bad Münstereifel und eine weitere etwa 15-minütige Pause langgestreckt auf einer Bank am Radweg machen können. Nur am Ende der Tour habe er einmal kurzzeitige Muskulaturprobleme in Form von Verkrampfungen gehabt, ansonsten aber den „Testlauf“ für die „Zipfeltour“ gut bestanden.