Jüchen: Das sind Jüchens Pendler

Jüchen : Das sind Jüchens Pendler

Tagsüber arbeiten sie in halb Nordrhein-Westfalen, abends kommen sie zurück nach Jüchen, weil sie das Ländliche schätzen: Die Gemeinde hat landesweit mit die höchste Quote an Berufspendlern. Aber auch mehr als 2000 Berufstätige pendeln jeden Tag nach Jüchen.

Wenn Jürgen Hansen morgens um 5.50 Uhr ins Auto steigt, dann fängt für ihn die Arbeit an. Über die dann noch freien Autobahnen fährt er die rund 100 Kilometer zur Arbeit. Zur Kindertagesstätte Sausewind in Hochneukirch. Hansen wohnt in Goch, aber arbeitet in Jüchen. "Gedanklich fange ich im Auto schon an zu arbeiten, und abends während der Heimfahrt verarbeite ich den Arbeitstag", sagt der 50-Jährige.

Sandra Queck (25) arbeitet als IT-System-Kauffrau bei Siemens Enterprise in Düsseldorf und wohnt in Otzenrath. Sie fährt täglich 35 Kilometer zur Arbeit und wieder zurück. Foto: KN

Hansen ist Berufspendler, und zwar einer von sehr vielen, die in Jüchen arbeiten oder in Jüchen leben. Die Gemeinde gehört in Nordrhein-Westfalen zu den Hauptstädten der Berufspendler.

Jürgen Hansen (50) ist Leiter der Kindertagesstätte Sausewind in Hochneukirch und wohnt in Goch. Täglich fährt er fast 100 Kilometer zur Arbeit. Foto: M. Reuter

Landesweit auf Platz 14

Täglich kommen 2683 Arbeitnehmer nach Jüchen zur Arbeit. 54,2 Prozent aller Arbeiter und Angestellten in Jüchen leben in einem anderen Ort. Noch größer ist die Quote bei den so genannten Auspendlern, jenen Arbeitnehmern, die in Jüchen leben, aber woanders arbeiten. 78,7 Prozent verlassen Jüchen am Tag und kehren am Abend zurück.

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Nur jeder fünfte Arbeitnehmer, der in Jüchen wohnt, arbeitet auch in der Gemeinde. In dieser Statistik, die das Landesamt it.NRw vorgelegt hat, liegt Jüchen auf Rang 14 von fast 400 Kommunen landesweit. Und das liegt nicht nur an der guten Autobahnanbindung.

Die Gemeinde tut auch einiges dafür, gerade solche Leute anzuziehen. Das Neubaugebiet Auenfeld zum Beispiel soll vor allem junge Familien in die Gemeinde locken. Dort entstehen Neubauten von Leuten, die tagsüber vor allem nach Mönchengladbach (Platz eins, 1981 Pendler), Grevenbroich (Platz zwei, 1640 Pendler), Düsseldorf (Platz drei, 1001 Pendler) und sogar noch weiter weg fahren.

Julia Schleebusch zum Beispiel fährt jeden Tag nach Essen zum Arbeitsplatz. Das dauert rund 70 Minuten für eine Fahrt, unterwegs gibt es viele Baustellen. "In Jüchen kann man sehr gut wohnen, weil hier alles sehr familiär ist", sagt die 25-Jährige, die eigentlich aus Neuss kommt. "Die Jüchener sind ein eigener Schlag Menschen."

Sandra Queck (25) pendelt jeden Tag nach Düsseldorf. "Jüchen ist ländlich und familiär. Und hier kann man günstiger wohnen als in Düsseldorf. Während der Ausbildung musste ich hier wegziehen. Jetzt bin ich froh, dass ich wieder hier bin."

Ein typischer Pendler ist Wolfgang Maaßen. Er wohnt in Gierath und fährt 6,5 Kilometer zum Arbeitsplatz nach Grevenbroich bei den Kreiswerken. "Ich sehe von der Infrastruktur her eine positive Entwicklung", sagt Maaßen. Andererseits kann er mit seiner Familie hier am besten dem Hobby nachgehen: Die Pferde der Familie sind in Kelzenberg untergebracht.

Hier sehen Sie wohin die Jüchener pendeln.

(RP/ila)
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