Das Kreisgesundheitsamt widerspricht Zweifeln an der Trinkwasserqualität in Jüchen

Trinkwasser in Jüchen : Kreis bestätigt gute Trinkwasser-Qualität

Um von der Politik vorgebrachte Zweifel an der Trinkwasserqualität und der Versorgungssicherheit geht es jetzt im Hauptausschuss.

Erhebliche Zweifel an der Qualität des Trinkwassers hatten die Politiker im September im Fachausschuss angebracht und deshalb das zur Verabschiedung anstehende Wasserversorgungskonzept zunächst abgelehnt. Im Kreuzfeuer der Kritik fanden sich, für sie sichtbar überraschend, damals die im Umweltausschuss anwesenden Vertreter von den Kreiswerken Grevenbroich. Tenor der Kritik, die vornehmlich durch FWG-Chef Gerolf Hommel vorgebracht, aber vom Gros des Ausschusses geteilt wurde, waren Härtegrad, Nitrat-, Arsen.-, Kadmium-und Nickelgehalt im Trinkwasser. Hommel bezog sich dabei auf Daten und Erkenntnisse des NRW-Umweltamtes.

Um die Qualität des Trinkwassers, an dem die Politik Zweifel angemeldet hatte, geht es am Montag in Jüchen im Hauptausschuss. Foto: dpa/Patrick Pleul

Außerdem wurden Zweifel im Ausschuss an der Versorgungssicherheit mit Trinkwasser laut, wenn nach dem Ende des Kohletagebaus auch die Brunnen wegfallen, aus denen jetzt noch das Wasserwerk in Fürth gespeist wird. Ziemlich verdattert hatten daraufhin die beiden Vertreter der Kreiswerke Grevenbroich „die Heimreise angetreten“. Jetzt haben sie sich aber in ihren Schreiben, die zur öffentlichen Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Montag vorliegen, „gerechtfertigt“. Der Tenor ihrer Darlegungen: Die Trinkwasserqualität sei gut. Und es werde auch keine Versorgungsengpässe für Jüchen geben.

Die Stellungnahmen der Kreiswerke Grevenbroich, von RWE, Rhein-Kreis und NRW besagen unter anderem, dass die Versorgungssicherheit mit Trinkwasser in Jüchen in der Vergangenheit jederzeit gewährleistet war und auch künftig sein wird. Generell sei zudem die Wasserqualität im Rhein-Kreis als gut einzustufen. Und die Tiefenbrunnen für das Wasserwerk Fürth, die im Tagebau Garzweiler liegen, seien bestens gegen Umwelteinflüsse geschützt. Auch über möglicherweise steigende Wasserpreise hatten sich die Politiker Gedanken gemacht, die sozusagen durch die „Ersatzbeschaffung“ von Trinkwasser nach dem Wegfall der Tagebaubrunnen entstehen könnten. Aber auch diese Befürchtungen sollen durch die Stellungnahmen ausgeräumt werden. Die Wasserbezugskosten lägen im kreis- und landesweiten Vergleich im unteren Bereich, heißt es in der Vorlage für den Hauptausschuss, wobei allerdings keine Zukunftsprognose zu den Wasserpreisen beinhaltet ist.

Ob die Politik diese Darlegungen zum Trinkwasser in am Montag „schlucken“, wird die öffentliche Debatte ergeben. Das rechtlich vorgeschriebene Wasserversorgungskonzept war jedenfalls trotz der vorherigen Ablehnung im Fachausschuss im Oktober vom Rat unter dem Vorbehalt verabschiedet worden, dass noch die Stellungnahmen zur Gewässergüte, der Quantität und den Preisen eingeholt werden sollten. In der Stellungnahme des Rhein-Kreises wird übrigens zur Trinkwasserqualität das Kreisgesundheitsamt zitiert. Amtsarzt Dr. Michael Dörr versichert, dass es regelmäßige Trinkwasseruntersuchungen auch der Bezirksregierung gibt, wobei die Werte stets weit unterschritten würden.

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