Das Gymnasium Jüchen bot seine Berufsorientierungsmesse für 300 Schüler an

Gymnasium Jüchen : 300 Schüler lernen die Berufswelt kennen

300 Schüler der neunten Klassen und ihre Eltern waren zur Berufsorientierungsmesse ins Gymnasium eingeladen.

Rouven Schmalz, Carsten Wolter und Stefan Weber sind Lehrer am Jüchener Gymnasium – und Berufsorientierer. Sie wissen, wie wichtig es ist, dass sich die Schüler so früh wie möglich Gedanken machen, wie es nach der Schule weitergehen soll. Deshalb war die Teilnahme an der Berufsorientierungsmesse am Samstag für alle Pflicht. Angesprochen waren rund 300 Schüler ab der neunten Klasse. Sie hatten die Möglichkeit auszuloten, ob eher eine Ausbildung oder ein Studium das Richtige für sie ist. Ihre Ausgangssituation ist gut. Denn Abiturienten werden aktuell umworben.

Dominik Wetter und Joelina Bloser von der Sparkasse Neuss beantworteten Fragen: Weitere Filialschließungen seien nicht geplant, und seit einiger Zeit gebe es auch ein Duales Studium. „Wir lernen strukturiertes Arbeiten, das ist ein großer Vorteil“, erklärte Wetter. Die 22-jährige Sujana Thevarajah absolviert zurzeit ihren Freiwillgen-Wehrdienst. Kevin Urselmann ist seit 16 Jahren bei der Bundeswehr. Sie informierten über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten, in Uniform oder in Zivil. Erstaunlich: Dem Vortrag von Hauptmann Norwin Sommerfeld lauschten überwiegend Schülerinnen. Einer der wenigen Jungs war Philipp Maier: „Die Bundeswehr ist eine Option für mich“, erklärte der 16-Jährige. Sein Vater bestärkte ihn in dieser Auffassung: „Die Bundeswehr ist ein attraktiver Arbeitgeber.“

Lehrer Stefan Weber weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, sich früh und gründlich zu informieren: „Ich wollte eigentlich Pilot bei der Lufthansa werden, aber irgendwann bin ich bei den Tests an meine Grenzen gestoßen.“ Gymnasiallehrer ist aber längst keine zweite Wahl mehr für ihn.

„Deine Energie hätten wir gerne“, war am RWE-Stand zu lesen. Dustin Pick verriet, dass nicht nur technische Berufe zur Auswahl stünden: „Wir bilden zum Beispiel auch zum Industriekaufmann aus.“ Paul Kerzel von der Technischen Universität Dortmund hatte gerne den Samstag geopfert, um die jungen Leute in Jüchen zu beraten: „Ich habe selber fünf Kinder und weiß, wie wichtig diese Informationen sind“, sagte Kerzel. Er informierte unter anderem über das Berufsbild des Chemieingenieurs: „Er kann in der Forschung arbeiten, aber auch in der Projektierung oder im Anlagenbau, kann sich entscheiden, ob er lieber Praktiker als Ingenieur ist oder der große Zampano im Management.“ Annika Hermann fand die Infos interessant – sie wurde von ihrer Mutter begleitet.

Ein Vater „schnappte“ sich den 60-seitigen Studienberater der Uni Aachen und lotste wenig später seinen Sohn in den Klassenraum, in dem Katinka Mayr Tipps gab: „Ich rate niemals für oder gegen einen Studiengang, kann den Schulabgängern diese Entscheidung nicht abnehmen“, erklärte die Studienberaterin von der Aachener Hochschule. Wer gerne mit Menschen zu tun hat, war möglicherweise am Stand der Lebenshilfe genau richtig. „Wir bieten unter anderem den Dualen Studiengang „Soziale Arbeit“ erklärte Birgit Krahwinkel.

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