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Coronavirus: So war der erste Schultag in Korschenbroich und Jüchen

Abschlussklassen sind zurück : So lief der Schulstart in Korschenbroich und Jüchen

Für die Abschlussklassen in Korschenbroich und Jüchen hat der Unterricht wieder begonnen. Lehrer berichten, wie der Start angelaufen ist und vor welchen Herausforderungen sie noch stehen.

Für Abschlussklassen in ganz Nordrhein-Westfalen hieß es am Donnerstag: Zurück in die Schule. Nach der Zwangspause durch die Corona-Pandemie fand für sie erstmals wieder Präsenzunterricht statt.

„Alle 95 Schüler waren am Donnerstag da“, sagt Marion Wittig, Leiterin der Realschule Kleinenbroich. Die Vorbereitungen seien hektisch gewesen, die Zeit knapp. Aber schließlich hätten sie in Kleinenbroich alle Vorgaben des NRW-Schulministeriums umgesetzt. „Wir mussten einen Hygieneplan erstellen, einen Raumplan, den Stundenplan entzerren“, sagt sie. „Wir haben alles gemacht, was es zu machen gab.“

An der Realschule war ein Problem besonders groß. Teile der Lehrerschaft gehören einer Risikogruppe an. Mehr als die Hälfte fiel zum Schulstart aus. „Die Abschlussklassen werden nun von den Fachlehrern unterrichtet, die dürfen“, sagt Wittig. Es herrsche jedoch ein reger Kontakt mit den Kollegen zu Hause, um die Zehntklässler bestmöglich auf ihre Prüfungen vorzubereiten.

Auch Andreas Müller, Schulleiter des Gymnasiums Korschenbroich, ist mit dem Start zufrieden. 70 der 90 Abiturienten seien zum Unterricht erschienen. „Das ist eine gute Zahl, wie ich finde“, sagt er. Wie die Realschule musste das Gymnasium einige Vorkehrungen treffen, um den Schulstart zu ermöglichen. Einen entscheidenden Vorteil hat Müller jedoch: Fast alle sind an Bord. „Nur ein Lehrer, der im Abiturjahrgang unterrichtet, gehört zur Risikogruppe“, sagt Müller. Sein Unterricht werde von zwei Kollegen übernommen.

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An der Gesamtschule Jüchen wurde der Schulstart sehr kontrovers diskutiert. Die Äußerungen hätten bei Schülern und Lehrern von „wir müssen“ bis „wir dürfen wieder in die Schule“ gereicht, berichtet der stellvertretende Schulleiter Elmar Welter. Er hat aber auch beobachtet: „Die Schüler waren ruhiger, konzentrierter und wirkten reifer als vorher. Es überwiegt ein verantwortungsvoller Umgang mit den neuen Freiheiten.“

Als wirkungsvoll habe sich die dem Unterrichtsbeginn vorgeschaltete Hygieneschulung erwiesen, die die Schüler in einem hohen Grade sensibilisiert habe. Die Hygieneregeln seien von Anfang an problemlos umgesetzt worden, meldet Welter. Gleiches gelte für die Abstandsregeln.

Um die Schüler zu motivieren, mit dem Fahrrad in die Gesamtschule zu kommen, gibt es dort einen Wettbewerb, mit Preisen wie etwa einem iPad. Die Lehrer haben sich laut Welter gefreut, wieder persönlich in Kontakt mit ihren Schülern treten zu können. Und die nicht anwesenden Lehrer aus Risikogruppen entlasteten die Kollegen jetzt vermehrt beim „Lernen auf Distanz“.

„Wir freuen uns, dass es wieder losgeht. Jeder Präsenzschüler in der Schule ist ein Schritt zurück in die neue Normalität und hilft, dass sich die soziale Schere nicht weiter öffnet“, teilen Schulleiterin Susanne Schumacher und ihr Stellvertreter mit.