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Coronavirus: Ordnungsamt muss in Jüchen zu Beerdigung ausrücken

Maßnahme gegen Coronavirus : Ordnungsamt muss in Jüchen zu Beerdigung ausrücken

Bei der Trauerfeier hatten sich rund 40 Personen versammelt, 30 mehr als zulässig. In Korschenbroich wurden derweil die nächsten drei Ausschusssitzungen abgesagt.

Das Ordnungsamt in Jüchen musste am Dienstag während einer Beerdigung eingreifen. Bei einer Trauerfeier hatten sich laut einem Stadtsprecher rund 40 Personen versammelt, um von dem Verstorbenen Abschied zu nehmen. Seit Dienstag sind jedoch nur noch Beisetzungen mit maximal zehn Personen zulässig. „Da wir uns gerade in der Übergangsphase befinden, wurden die Anwesenden darüber nochmal vor Ort informiert“, sagte der Sprecher zu unserer Redaktion. Die Trauernden hätten „sehr verständnisvoll“ reagiert und seien anschließend in kleinen Gruppen mit genügend Abstand zueinander an das Grab getreten. Laut Stadtsprecher sind alle Bestatter über das künftige Vorgehen informiert.

Es ist ein Beispiel, das zeigt, wie auch die Verantwortlichen teilweise nicht mehr mit dem Tempo Schritt halten, in dem täglich neue Regelungen zur Eindämmung des Coronavirus verabschiedet werden. Auch am Dienstag wurden weitere Erlasse umgesetzt.

Wie sich bereits am Montagnachmittag angedeutet hatte, werden auch in Korschenbroich in den kommenden Wochen keine Ausschusssitzungen stattfinden. Betroffen sind bislang der Ausschuss Bau und Verkehr (17. März), der Ausschuss für Stadtentwicklung und Planung (31. März) und der Hauptausschuss (2. April).

Im Rahmen der Maßnahmen gegen die weitere Verbreitung des Coronavirus sind seit Dienstag zudem die Korschenbroicher Rathäuser für den Publikumsverkehr geschlossen. Für dringend notwendige Serviceleistungen können Bürger über die Telefonnummer 02161 6130 einen Termin vereinbaren. In Jüchen, das bereits zuvor entsprechende Regelungen umgesetzt hatte, hat die Stadtverwaltung unter Rufnummer 02165 9153233 eine Hotline eingerichtet. Diese ist laut Stadt montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr besetzt.

Am Dienstag waren in Korschenbroich und Jüchen zumindest noch die Spielplätze geöffnet. Auch das dürfte sich nach Plänen der NRW-Landesregierung am Mittwoch ändern. Ebenso sollen Restaurants dann bereits um 15 Uhr schließen müssen. „Wir kennen das noch nicht im genauen Wortlaut“, sagte ein Sprecher der Stadt Korschenbroich am Dienstagnachmittag. „Wir werden das vermutlich über eine Allgemeinverfügung am Mittwoch umsetzen.“

Damit blieb es zunächst bei den zuvor geltenden Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Die Korschenbroicher Wirtschaftsförderin Stefanie Bössem informiert die Unternehmen fortlaufend per Mail über die aktuellen Richtlinien, aber auch über Möglichkeiten finanzieller Unterstützung. „Durch die Ausbreitung des Coronavirus steht zunehmend auch die Wirtschaft vor Herausforderungen und davon sind auch Korschenbroicher Unternehmen zum Teil massiv betroffen“, schrieb Bossem.

(mlat/dtm)